Grundschüler schrieben mithilfe einer Studentin eigenes Theaterstück und führten es diese Woche dreimal auf

Theaterstück: Ein Glücksfall für das Schulleben

Die Akteure auf der Bühne: Vorne von links Dustin und Malte, dahinter Fynn, Evelyn, Emmy, Johanna mit Fuchsmaske, Beatrix als Pferd, Caitlin, Leonie und Lena, Laura, Emma und Lina. Foto: Lammel

Körle. Sechs- bis Achtjährige der Grundschule Körle haben ein Jahr lang ein Theaterstück einstudiert. Dreimal brachten sie nach Schulangaben in dieser Woche ihre selbst geschriebene Geschichte mit Spielleiterin Caroline Ritter auf die Bretter.

Allein am Donnerstagabend zählte die Schule bei einer Aufführung des Stücks annähernd 60 Gäste.

Die Arbeit der 25-jährigen Studentin ist aus Schulsicht ein Glücksfall für Körle. Üblicherweise nämlich hat das Theaterspiel an Grundschulen nicht den Stellenwert, den ihm die gebürtige Melsungerin seit zwölf Monaten in der Fuldagemeinde einräumt.

Caroline Ritter studiert nicht nur die Fächer Mathematik, Germanistik und Religion für Grundschulen und Gymnasien, die Studentin durchläuft studienbegleitend auch eine Ausbildung unter Federführung des Landes Hessen in Sachen Darstellendes Spiel.

Umgang mit Zeit und Raum

Für eine Abschlussarbeit ihrer Studien sammelte die 25-Jährige nach eigenen Angaben mit den Körler Grundschülern jede Menge Erfahrungen und brachte sie in Beobachtungsprotokollen auf den Punkt. In ihrer Arbeit soll unter anderem beispielsweise nachzulesen sein, wie Kinder Rollen annehmen oder wie sie mit Zeit und Raum umgehen.

Diese Sicht dürfte die Grundschüler weniger interessieren als das Darstellende Spiel selbst. Die Sechs- bis Achtjährigen schrieben zunächst eine eigene Geschichte. Darin mixten sie laut Spielleiterin Abenteuer der Comicfigur Yakari mit Begebenheiten aus ihrem eigenen Alltag und Umfeld zu einem Stoff, der sich um einen Pferdediebstahl rankt und Streit, Gewissensfragen, Lügen und vieles mehr zum Thema macht.

Auch das Bühnenbild stammt aus Schülerhand. Zu ihm gehören Bäume aus Pappe und eine schwarze Wand. Die Schauspieler tragen schwarze Kleidung und setzen Masken ein. Das Ganze wird ausgeleuchtet von einem Bühnestrahler und einer Schwarzlicht-Lampe.

Nach der letzten der drei Vorstellungen am Donnerstagabend widmet sich Caroline Ritter ab heute wieder voll ihren Studien. Donnerstagabend wurde die 25-Jährige deshalb von den Eltern und der Schulleitung verabschiedet. Sie erhielt als Geschenke ein Buch und Blumen.

Weitere Angebote

Die Grundschule werde aber alles daran setzen, dass es weitergeht, erklärte Schulleiter Jörg Langheld. Dabei strebe man über eine Theatergemeinschaft noch etliche weitere Angebote an, die über den üblichen Unterricht hinausgingen und Schülern beispielsweise die Chance eröffneten, sich ohne Leistungsdruck auf verschiedenen Feldern auszuprobieren und zu entfalten. (lgr)

Quelle: HNA

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