Thema Netto-Markt in Dörnberg ist vom Tisch

Dörnberg. Der Netto-Markt in Dörnberg wird nicht gebaut. Der Zentralausschuss der Regionalversammlung Nordhessen hat am Montagmorgen den Abweichungsantrag der Gemeinde Habichtswald abgelehnt.

Zentrales Argument war der hohe Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen. Neun Abgeordnete (CDU, FDP, FWG und Grüne) sprachen sich dagegen aus, den Regionalplan zugunsten der Ansiedlung eines Discounters zu ändern, die sechs Abgeordneten der SPD stimmten dafür.

Neben dem Bodenverbrauch störte sich die Mehrheit im Zentralausschuss an der Zersiedelung der Landschaft. Zudem hätten die Gegner den drohenden Leerstand in Habichtswald ins Feld geführt und angegeben, dass mit dem Bau des Netto-Marktes der in Dörnberg bestehende Dorfladen existenzielle Probleme bekäme, sagt Habichtswalds Bürgermeister Thomas Raue.

Er hatte dem Ausschuss seine Argumente vorgetragen, die für den Bau des Netto-Marktes sprechen. Die verbesserte Infrastruktur in Dörnberg spielte dabei eine zentralle Rolle.

Verbesserte Nahversorgung

„Das Verfahren hat eine demokratische Grundlage“, sagt der Rathauschef, der die Entscheidung des Gremiums akzeptiert. Dennoch ist er davon überzeugt, dass mit der Ansiedlung des Discounters die Nahversorgung deutlich verbessert worden wäre. Für Raue stellt sich nun die Frage, wie dieses Ziel auf anderem Wege erreicht werden kann.

Die Besitzerin und der Betreiber des Dorfladens hätten seinerzeit angekündigt, gerne in den bestehenden Markt investieren zu wollen. Nur sei es, solange Netto im Gespräch gewesen war, nie zu diesem Schritt gekommen.

Gerstheimer: Positiv

An diesem Punkt setzt auch Ralf Gerstheimer an, Sprecher der Bürgerinitiative Bürger für Bürger. Auch wenn der Netto-Markt nun vom Tisch sei und die Bürgerinitiative damit ihr Ziel erreicht habe, gehe es der Gruppe weiterhin darum, das Angebot der Nahversorgung in Dörnberg zu verbessern. Die Wünsche des Dorfladenbetreibers auf Erweiterung müssten ernstgenommen werden. Die Entscheidung des Zentralausschusses der Regionalversammlung Nordhessen bewertet Gerstheimer positiv.

Nicht im Siedlungsgebiet

Die für den Bau des Marktes anvisierte Fläche befand sich außerhalb des Siedlungsgebietes Dörnbergs; innerhalb des Regionalplanes ist dieser Bereich als Vorbehaltsgebiet Landwirtschaft ausgewiesen. Daher hatte das Regierungspräsidium Kassel dem Zentralausschuss vorgeschlagen, der Abweichung vom Regionalplan zuzustimmen. Dieser Vorschlag fand jedoch keine Mehrheit.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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