Therme Bad Emstal: Die Hoffnung ruht auf der heilenden Wirkung des Wassers

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In der Heilkraft des Wassers könnte der Schlüssel liegen: Die Gemeinde hofft, dass sich weitere Ärzte in Bad Emstal niederlassen und das Wasser für ihre Therapien nutzen. Ursula Haase und Hildegard Rumphorst glauben bereits an die gesundheitliche Wirkung des Wassers.

Bad Emstal. Ein halbes Jahr ist vergangen, seit die Düsseldorfer Unternehmensberatung Altenburg ihr vernichtendes Gutachten über die defizitäre Therme in Sand vorgestellt hat. Seitdem hat sich die Kommission, die sich mit der Zukunft des Mineral-Thermalbades befasst und besetzt ist mit Bürgern Bad Emstals, mehrfach getroffen.

Auf die erarbeiteten Ansätze lasse sich aufbauen, sagt Bürgermeister Ralf Pfeiffer.

Mit der Arcadia Vita, die die medizinische Abteilung der Einrichtung langfristig gepachtet hat und diese nun aufwändig renoviert, habe sich eine Option aufgetan, die es zum Zeitpunkt, als das Gutachten erstellt worden war, noch nicht gab. Pfeiffer hofft, dass die im Kurpark benachbarte Arcadia Praxisklinik die Ansiedlung weiterer Ärzte nach sich ziehen wird. Gespräche würden bereits geführt. Die Mediziner könnten sich direkt im Thermalbad niederlassen, also in jenem Bereich, für den die Unternehmensberater schwarz sahen, weil er zu marode und eine Renovierung für die finanziell angeschlagene Gemeinde zu kostspielig und unwirtschaftlich werden würde. Dem Wasser und seiner heilenden Wirkung soll eine größere Bedeutung beigemessen werden.

Auch wenn die Gutachter aus Düsseldorf von einer Modernisierung der Therme abgeraten hätten, prüfe die Arbeitsgruppe derzeit, unter welchen Umständen sich eine Investition in das Bad lohne, so Pfeiffer. „Geld kann nur dann ausgegeben werden, wenn dies dazu führt, dass sich das Defizit der Therme auf Dauer reduzieren lässt.“ Klar sei, dass die Gemeinde kein Geld in die Einrichtung stecken kann. Auch ein Verkauf des Bades stehe nicht an. Aber, so Pfeiffer, habe das Land Hessen in verschiedenen Töpfen noch Geld, das von anderen Kommunen für geplante Projekte nicht abgerufen wurde. Ob die Gemeinde aus diesen Quellen schöpfen darf, darüber werde derzeit verhandelt.

Doch nicht allein die Therme steht im Fokus, wenn es darum geht, Kosten zu sparen. So hat die Sauna in den Monaten Juni, Juli, August erstmals geschlossen. Der Kursaal soll möglichst an die Volksbühne übertragen werden. Die Verhandlungen dazu laufen noch. Der Verein prüfe für sich, ob er sich das finanziell leisten und dieser „großen Aufgabe“ gerecht werden kann.

Ideen gibt es auch für den Kurpark, so reduzierten die Rosenpaten mit ihrer Pflege des Rosengartens die Kosten der Gemeinde. Der Winterdienst soll zurückgeschraubt, nur noch ausgesuchte Wege sollen geräumt werden. Auch die Wasserflächen im Bereich der Konzertmuschel könnten zurückgebaut werden.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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