Zum 1. November tritt Verordnung in Kraft, die auf Gesundheit der Kunden fokussiert

Therme schaltet Solarien ab

Umstritten: Wegen strenger Auflagen beim Betrieb von Solarien werden derzeit viele Anlagen abgeschaltet. Auch in der Emstaler Therme ist ab 1. November Schluss mit künstlicher Sonne. Foto: Archiv

Bad Emstal. Die Solarienabteilung des Mineral-Thermalbad Bad Emstal wird zum 1. November geschlossen. Damit reagiert die Geschäftsleitung des Mineral-Thermalbades auf die neue UV-Schutzverordnung, deren letzte Stufe kommenden Monat in Kraft tritt.

Diese neue Verordnung regelt Betrieb und Nutzung von Solarien. Die Stoßrichtung scheint eindeutig: Die Gesundheit des Kunden steht im Mittelpunkt. Betriebsleiterin Martina Gillich fasst die Neuerungen zusammen. Jeder Gast, auch wenn er nur einmalig ein Solarium besuchen möchte, müsse einen Fragebogen ausfüllen. Auf Grundlage dieses Papiers werde dann ein Besonnungsplan erstellt, der ein Vierteljahr gültig ist. Der Fragebogen selbst müsse archiviert werden. Mit der Archivierung müssen sich die Solarienbetreiber absichern gegen mögliche Klagen von Kunden, die Hautschäden auf eine unzureichende Beratung und einen falschen Besonnungsplan zurückführen wollen, sagt Gillich.

Sehr intime Fragen

Die Betriebsleitern führt noch ein weiteres Argument an, weshalb die fünf modernen Solarien der Therme Anfang November abgeschaltet werden. „Die neue Verordnung bindet Personal.“ Allein das Beantworten der zum Teil sehr persönlichen Fragen nach Krankheiten, Medikamenteneinnahme und Freizeitverhalten, wie etwa Aufenthalte in der Sonne, nehme zwischen 20 und 30 Minuten in Anspruch. Die Fragen seien teilweise sehr intim und könnten nicht mal eben an der Kasse geklärt werden. Künftig müsste ständig geschultes Fachpersonal während der Öffnungszeiten für Beratung, Information, Erstellung des Besonnungsplans und Dokumentation anwesend sein. Somit würde sich der Personal- und Verwaltungsaufwand für den Betreiber enorm erhöhen. Bislang waren die Geräte in der Therme vom Kassenpersonal überwacht worden, das an Kunden Solarienkarten ausgab.

Und noch ein Aspekt fügt Gillich an, die glaubt, dass eine Ausdünnung der Solarien-Landschaft gewollt ist: Einem hohen Anteil der Besucher müsste aus gesundheitlichen Gründen (Einnahme von Medikamenten, Erkrankungen, Überschreitung der Jahresbesonnung, Hautmale etc.) von einem Solarienbesuch abgeraten werden – und dann habe man zwar Zeit in die Datenerhebung investiert, aber kein Geld dafür eingenommen.

Unter diesen strengen Bestimmungen lohne sich der Betrieb von Solarien aus ihrer Sicht nur noch in Studios mit festem Kundenstamm. „Für die Therme in Sand war die Besonnung nur ein Nebenerwerb“, sagt Gillich. (ant)

Quelle: HNA

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