Schauspieler inszeniert "Sommernachtstraum" für Kulturstall Deute

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Szene aus dem Sommernachtstraum

Deute. Wo gibt es schon ein Stück, in dem eine Wand sprechen kann? In dem Feen und Elfen sowie ein koboldhafter Irrwisch namens Puck für heillose Verwirrung sorgen? Wo Liebe und Tragik, Zauber und Staatsmacht eng nebeneinander existieren?

Der englische Dramatiker William Shakespeare hat es mit dem "Sommernachtstraum" geschafft. "Das Stück ist einfach genial", sagt Thomas Hof. Der 30-jährige Schauspieler und Theaterpädagoge probt die Komödie zurzeit mit den Amateurschauspielern des Kulturstalls Deute.

Die Arbeit mit Truppe und Thema mache ihm jede Menge Spaß, sagt er. Da ist auf der einen Seite das Stück, das einfach alles bietet: Es ist lebendig, bricht niemals auseinander. "Ein Verwirrspiel um die Liebe" nennt es Hof, in dem die Liebe in all ihren Spielformen vorkomme, von frisch verliebt über unglücklich verliebt bis verzauberte Liebe und Liebe aus Gewohnheit. "Und auch die Schadenfreude kommt nicht zu kurz", sagt Hof.

"Ein Sommernachtstraum" an einem Sommerabend auf der Open-air-Bühne: "Das kann nur ein unterhaltsamer Abend werden", ist sich der Regisseur sicher.

Zumal die Akteure voll mitziehen. "Hier zickt keiner rum", sagt Thomas Hof, alle hätten ihren Spaß, egal ob sie eine große und nur eine klitzekleine Rolle haben.

Froh ist er, dass er so viele Schauspieler einsetzen kann. "Ich konnte alle Rollen richtig gut besetzen", sagt er: Für die vier jungen Liebenden hat er vier junge Männer und Frauen, für die Herrscher in Athen und im Elfenreich gesetzte Herren, für alle anderen Figuren des Stücks jeweils passende Darsteller Elfen, ein Löwe, Handwerker, die selbst Theater spielen.

Das bunte Gemisch an Akteuren, die zum größten Teil aus Deute stammen, drückt sich auch in der Altersspanne aus: der Jüngste ist 13, der Älteste 71 Jahre alt.

Doch nicht nur die Schauspieler sind zurzeit voll im Einsatz: Es müssen noch Kostüme genäht und verändert werden, viele Requisiten sind zu besorgen, das Bühnenbild muss gestaltet werden.

"Dafür gibt es viele ehrenamtliche Helfer", sagt Hof. Die Bühnenbauer müssen besonders flexibel sein, denn der Kulturstall spielt nicht nur an einem, sondern an sechs verschiedenen Orten. Da muss der Aufbau mobil und leicht zu transportieren sein.

Um den Klassiker Spritzigkeit und Leben zu verleihen, hat Thomas Hof etwa die Hälfte des Originaltextes gestrichen. Die Aufführung wird trotzdem etwa zwei Stunden dauern, plus Pause. Musik darf nicht fehlen: Felix Mendelssohn-Bartholdys Komposition zum Sommernachtstraum begleitet die Szenen.

Ein Wagnis gehen die Deuter dieses Mal auf jeden Fall ein: Sie spielen die ersten fünf Abende in Deute, zweimal Gudensberg, Diemelstadt-Rhoden und Bad Zwesten unter freiem Himmel. Wenn es regnet, müssen Besucher an wetterfeste Kleidung denken. 

Open-air-Aufführungen: Premiere am 14. Juni in Deute auf dem Löwenhof (20 Uhr), Gastspiele auf der Gudensberger Freilichtbühne am 22. und 23. Juni (20 und 18 Uhr), in Diemelstadt-Rhoden im Schlossgarten am 28. Juni (20 Uhr), in Bad Zwesten vor dem Kurhaus am 5. Juli (20 Uhr). Weitere Aufführungen im Herbst in Wabern, Fritzlar und Gudensberg. Eintritt: 12 Euro, Vorverkauf auch im Internet: shop.kulturstall.de

Quelle: HNA

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