THW übt auf Baustelle

Alte Molkerei bietet Rettungshunden viele Möglichkeiten

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Trittsicher: Auch im schwierigen Gelände findet der Rettungshund seinen Weg. Die Hundeführerin zeigt die Richtung an.

Mit der Nase tief am Boden suchte sich Hund Mailo seinen Weg durch die Trümmer, immer auf der Suche nach dem verschütteten Opfer. 

  • THW Schwalmstadt übte mit Rettungshunde den Ernstfall
  • Abbruchgelände der Alten Molkerei bot viele Möglichkeiten
  • Für die Hunde ist es ein Spiel

Zielstrebig umkurvt der THW-Rettungshund von Sigrun Schütz die Hindernisse auf dem Gelände der ehemaligen Molkerei in Treysa und schnuppert zwischen verbogenen Stahlträgern und Balken.

Das Technische Hilfswerk Schwalmstadt nutze die Gunst der Stunde und machte die Baustelle an der Wieraer Straße für einen Sonntag zum Übungsgelände. Zur Zeit werden dort die Gebäude der Molkerei abgerissen. Auf dem Gelände sollen 27 Wohnungen entstehen (HNA berichtete).

Gelände ist eine Herausforderung für Mensch und Tier

Man sei Besitzer Heinz Georg Möller für die Möglichkeit auf dem Abbruchgelände zu üben zu können sehr dankbar, sagt die Sprecherin des THW Schwalmstadt, Undine Knaak: „Realistischer geht es ja nicht. Es gibt viele Stellen, wo man Opfer verstecken kann. Damit es für die Hunde nicht so einfach.“

Zum Zeitpunkt der Übung standen noch Teile der altenIndustriebauten. Verteilt auf dem weitläufigen Areal lagen hohe Backsteinhaufen und schwere Bauteile, große Kettenbagger blockierten die Wege der Hunde und Helfer. Durchaus vergleichbar mit einem Katastrophengebiet nach einem Erdbeben oder einer Schadensstelle nach einer Explosion, wie beispielsweise in Knüllwald-Wallenstein.

Fünf Rettungshunde im Übungseinsatz

Direkt in den Abbruchhäusern habe man aufgrund der Einsturzgefahr natürlich nicht geübt, sagt die THW-Sprecherin: „Sonst hätten wir zunächst einen unserer Fachberater hinzuziehen müssen.“ An der Übung auf dem Molkereigelände nahmen fünf Hundeführer mit ihren Tieren teil. Die Leitung hatteLisa Träbing. Die biologische Ortung ist der vierpfotige Teil der Fachgruppe Ortung des THW Schwalmstadt.

Es habe sich dabei um erfahrene Teams gehandelt, erklärt Undine Knaack mit Blick auf die herausfordernden Gegebenheiten auf der Baustelle: „Das war schon eine anspruchsvolle Suche.“

Rettungshunde beweisen Trittsicherheit

Die Rettungshunde hatten mit der Trümmerlandschaft keine Probleme und bewiesen auch auf den losen Backsteinen ihre Trittsicherheit. Ein wesentlicher Vorteil der Hunde ist nicht nur ihre überaus gute Nase, sondern auch ihr Gewicht. Die Vierbeiner kommen an Stellen, die für Menschen nur mit technischen Aufwand erreichbar wären.

Trümmersuche: THW Rettungshund Mailo ließ sich auch von dem großen Kettenbagger nicht aus der Ruhe bringen. Das THW Schwalmstadt übte auf dem Geländer der ehemaligen Molkerei in Treysa.

Sie können so in relativ kurzer Zeit eine große Fläche absuchen Verschüttete schnell finden oder zumindest für die technische Ortung Ansatzpunkte liefern. Die Fachgruppe Ortung des Schwalmstädter THW hat dafür unter anderem empfindliche Mikrofone im Bestand.

Rettungshunde werde auf Einsatz vorbereitet

Was auf den ersten Blick für den Laien vielleicht unkoordiniert aussieht, hat System und ist das Ergebnis von hartem Training. Für den Hund ist solch eine realistische Ausbildungseinheit ein Spiel, für die Retter des Technischen Hilfswerk die Vorbereitung auf den Ernstfall. Obwohl ein Spiel, ist die Suche für die Rettungshunde dennoch anstrengend. Ein Hund macht ein bis zwei Durchläufe, dann benötigt er eine Pause.

Man habe in der Regel ein bis zweimal im Jahr die Chance unter solchen Bedingungen zu üben, schätzt Undine Knaak: „Wer ein Abbruchhaus hat, kann sich gern bei uns melden.“

Kontakt:steffen.sauer@thw-schwalmstadt.de

Quelle: HNA

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