Oskar Breiding hat einen 1590 Seiten starken Überblick über die Baugeschichte von Homberg zusammengestellt

Tiefer Einblick in die Stadtbaukunst

Baukunst im Fokus: Oskar Breiding geht in seiner Dokumentation auch auf die Homberger Stadtkirche mit den Gewölbekellern unter dem Kirchplatz ein. Foto: Yüce

Homberg. In langjähriger Arbeit, von 2008 bis 2013, ist es Oskar Breiding gelungen, einen Überblick über die Stadtbaukunst in Homberg in einer Dokumentation zusammenzustellen. „Die gebaute Umwelt ist ein wesentliches Element des täglichen Lebens. Gebäude bestimmen das Gesicht der Stadt“, erklärt Oskar Breiding. Und weiter: „Bau- und Stadtbaugeschichte ist die Grundlage unseres Wissens für lebenswerte Stadträume.“

Je geschlossener eine historische Stadt sich heute präsentiere, desto größer sei ihre Attraktivität. Dies gelte auch für die Kreisstadt, deren Aussehen sich vom 30-jährigen Krieg bis heute durch vielerlei Einflüsse gewandelt habe. „Die alte Landgrafenstadt mit ihren Bauten und ihren architektonischen Veränderungen darzustellen, war Anlass für diese baugeschichtliche Dokumentation.“

Anhand vieler Beispiele werde die Entwicklung zur Kreisstadt, auch als Wirtschaftsgeschichte, dargestellt. Auf 1590 Seiten, mit mehreren hundert Einzelberichten, vom karolingischen Königshof bis heute, und 1255 Bauzeichnungen, Karten und Plänen – Zeichnungen Breidings – spiegelt er die Stadtbaukunst in Homberg wider.

Breiding hat die wesentlichen Stationen in Hombergs Geschichte herausgearbeitet:

Im Westen des heutigen Stadtgebietes werde der karolingische Königshof vermutet. In der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde erstmals die Burg der Ritter von Hohenberg erwähnt. 1231 gründeten die Landgrafen von Thüringen die Stadt am Berge. Durch die günstige Lage der Siedlung, nämlich an der alten Handelsstraße „Durch die langen Hessen“, wurde Homberg der bedeutendste hessische Wollhandelsplatz. „Durch die Zerstörung der Stadt im 30-jährigen Krieg wurde das Wirtschaftsleben jäh beendet“, so Breiding. Den späteren Wandel zum Handwerk – von den Leinewebern bis zu den Glockengießern – greift er ebenso auf. Weiter geht es um die vorindustrielle Entwicklung und den Anschluss an die „Berlin-Coblenzer-Eisenbahn“ (BCE).

Tiefer Brunnen

Natürlich werden auch die Burg mit dem tiefen Burgbrunnen, die Bauwerke und Gebäude der Stadt, die Mühlen, die Friedhöfe und Straßennamen beschrieben.

Eine Zeittabelle der Geschichte Hombergs vom 8. Jahrhundert bis in das 21. Jahrhundert bietet die Möglichkeit, wichtige Daten nachzulesen und Ereignisse im Zusammenhang einzuordnen.

Auf über 100 Seiten wird unter dem Titel „Was Balken, Steine, Tür und Tor verraten“ den Hausinschriften und Steinmetzzeichen der Stadt nachgegangen. Dokumentiert ist nur die Kernstadt mit der Freiheit. (may)

Quelle: HNA

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