Tag der Land- und Forstwirtschaft: Tiere, Essen und Probleme

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Gute Stimmung beim Tag der Land- und Forstwirtschaft: Milchkönigin Charlotte Tabea Horn beschriftet Autogrammkarten auf dem Rücken von Markus Göbel.

Homberg. Praktisch alles rund um die landwirtschaftliche Erzeugung und Vermarktung war beim achten Tag der Land- und Forstwirtschaft in Homberg zu sehen. Insgesamt 32 Aussteller informierten die Besucher.

Neben einem Viehauftrieb, Prämierungen der besten Kälber und Rinder, einer Fohlen- und Ponyschau wurden in diesem Jahr dem Publikum auch Border-Collies vorgestellt, die als Gebrauchshunde in der Schafzucht eingesetzt werden.

Am Stand des Kreisbauernverbandes konnten sich die Besucher über „Landfraß“ informieren. 100 Hektar pro Tag werden für Siedlungsflächen neu genutzt, hieß es. Damit gehe der Landwirtschaft Bodenfläche verloren.

„Erschreckend“, sagte dazu Philipp Hofmeister aus Heßlar, der eine Ausbildung zum Landwirt macht. „Und dummerweise trifft es immer den besten Boden“. Denn eine Autobahn beispielsweise werde ja in ihrem Verlauf nicht nach der Bodenqualität geplant. Derzeit beträgt der Selbstversorgungsgrad für Futtermittel noch 92 Prozent in Deutschland. Bei weniger Anbauflächen werden mehr Futtermittel aus dem Ausland zugekauft werden müssen.

Innerhalb der letzten sieben Jahre sei der Nutztierbestand im Schwalm-Eder-Kreis um zehn Prozent zurückgegangen, die Anzahl der Zuchtsauenhalter habe sich halbiert, stellte Bernd Wenk vom Kreisbauernverband fest. „Wir produzieren als Landwirte das, was der Verbraucher haben will“, sagte er. „Wenn aber weiter Boden verloren geht, wird’s schwierig.“

Felsberger Lamaherde

Für die Besucher gab es viel zu sehen. Andrea und Michael Richter aus Felsberg-Beuern hatten ihre Lama-Herde mitgebracht. Sie züchten die Tiere für Hobby-Tierhalter und nutzt sie als biologische Rasenmäher.

Ellen Knabben beriet die Besucher auf der Ausstellungsmeile über gesunde Haustierernährung, und Rechenmacher Rainer Krause zeigte an seiner Schnitzbank, wie man früher ohne Strom landwirtschaftliche Handwerksgeräte wie den traditionellen Heurechen herstellte.

Bilder vom Tag der Land- und Forstwirtschaft

Tag der Land- und Forstwirtschaft in Homberg

Direktvermarkter der Region boten schließlich bei einem Bauernmarkt Spezialitäten an, für die Unterhaltung der Gäste sorgten unter anderem die Schlossbergmusikanten aus Homberg und für die Kinder gab es zahlreiche Aktivitäten, die vom Ponyreiten über Kartfahren und eine Proberunde auf dem Elektroroller der Städtischen Werke Kassel reichten.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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