Kultursommer: Theater Laku Paka im Hospital

Tierischer Zauber aus dem Koffer

Bremer Stadtmusikanten: Schauspieler Günter Staniewski vom Theater Laku Paka hauchte den Tieren Leben ein. Foto: Rose

Treysa. Frührentner Erwin Schmidt gehört zum alten Eisen. Genauso geht es dem Esel, der zum Schlachter soll, dem Hund, der Katze und dem Hahn, bestimmt zur Suppeneinlage. Doch die Vier lassen sich nicht unterkriegen – sie wollen in Bremen Stadtmusikanten werden.

Auch Erwin Schmidt alias Schauspieler Günter Staniewski vom Theater Laku Paka will noch mal etwas Neues probieren. Und erzählt seine Geschichte und die der vier tierischen Gesellen kurzerhand parallel – in den „Bremer Stadtmusikanten“. Zu sehen und zu hören war das 50-minütige Stück am Sonntag in der Treysaer Hospitalskapelle – als Teil der Reihe Kultursommer Nordhessen.

Charmanter Erzähler

Gekommen waren 80 Zuschauer, die Staniewski als charmanter Erzähler, Figurenspieler und Sänger mit auf eine unterhaltsame Reise nahm. Schnell wird den Gästen klar, dass die überraschende Bearbeitung nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen diebische Freude bereitet. Mit hintergründigem Humor schlüpft Staniewski mühelos in kuriose Charaktere – mimt den knurrigen Esel, den schwäbelnden Dackel, die zarte Katze und den französisch parlierenden Hahn. Inspiriert von der abenteuerlichen Reise der Tiere beginnt auch Rentner Schmidt, sich seine Träume zu erfüllen. Ein Flohzirkus ist es, der im märchenhaften Treiben ordentlich mitmischt.

Perfekte Sprünge

Die „kleine gemischte Raubtiergruppe“ mit Milbe, die Schmidt aus Fell und Gefieder der Stadtmusikanten zusammenklaubt, trainiert zusammen mit dem Publikum perfekte Sprünge.

Während sich Schmidts Zirkus prächtig entwickelt, stecken die Tiere mächtig in der Klemme: Die beiden Räuber Krawallke und Krawumke – witzig imitiert von zwei roten Wärmflaschen mit Berliner Schnauze – wollten die Stadtmusikanten ausrauben. „Wer das Leben mollig verstreichen lassen will, muss dafür etwas tun“, resümiert Krawallke. Davon lässt sich das Quartett jedoch gar nicht beeindrucken: Mit Hilfe des Publikums schlagen sie die Räuber mit Gebrüll in die Flucht. Und Erwin Schmidt? Der schafft es mit leiser Bestätigung – als Direktor seines eigenen, kleinen Flohzirkus. (zsr)

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Quelle: HNA

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