Wildpark Knüll: Tierschützer üben Kritik an Braunbären-Geburt

Homberg. Es regt sich heftige Kritik am erneuten Bärennachwuchs im Wildpark Knüll. Bärenschützer der „Stiftung für Bären“ in Worbis sprechen statt von einem tollen Zuchterfolg von einer „Produktion für die Belustigung der Zuschauer“.

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Und die Hessische Tierschutzbeauftragte Dr. Madleine Martin betont, dass sie sich nicht über die Geburt der Jungbären freut. Sie habe nichts gegen die Zucht von Bären, wenn man schon im Vorfeld wisse, dass man einen Abnehmer habe. Doch das sei im Wildpark Knüll sowohl bei den 2010 als auch bei den im Januar geborenen Braunbären nicht der Fall.

"Man muss sich vorher schon die Frage stellen, wohin mit den Tieren“, sagt sie. In den Parks und Zoos in Deutschland bestehe kein Bedarf. „Es gibt zu viele Bären, deshalb werden auch keine mehr gezüchtet“, sagt sie auch mit Blick auf das Alter von 40 Jahren, dass Bären in Gefangenschaft erreichen können. „Wir haben schon leidvolle Erfahrungen mit Bären machen müssen, die keiner wollte.“

Aus dem Archiv: Bilder der Drillinge

Erste Fotos von den Jungbären im Wildpark Knüll

Das keiner den Nachwuchs will, das sieht die stellvertretende Leiterin des Wildparks Knüll, Sara Engelbrecht, anders: „Wir sehen gute Chancen, dass wir unsere Jungbären in gute Hände abgeben können.“ Die Suche nach Interessenten laufe nun europaweit. „Dass uns Onni so schnell wieder mit Nachwuchs beschenkt, damit haben wir nicht gerechnet. Wir hätten noch vorsichtiger sein können“, räumt sie ein. Die Geburt sei ein Unfall gewesen.

Doch das lässt die Tierschutzbeauftragte nicht gelten: „Wenn man Bären mit verschiedenen Geschlechtern in einer Anlage hält, muss man nicht Biologe sein, um sich auszurechnen, was passiert“, sagt Martin. Gerade Bären vermehrten sich schnell, sagt Rüdiger Schmiedel von der „Stiftung für Bären“. Er sieht weit und breit keine Interessenten und wirft seinen Kollegen Dilettantismus vor.

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Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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