Tierschützerin Annegret Denner: Die Helferin braucht Hilfe

Leuderode. Man sieht dem Grundstück an, dass seine Besitzerin ihr Leben den Tieren verschrieben haben. Da laufen fünf Hunde durch den Vorgarten und eine Ziege meckert in ihrem Gehege.

Ein Pferd wirft einen Blick aus dem Stall, wendet sich dann wieder seinem Futter zu. Und in einem anderen Gehege miaut eine Katze. Über 50 Tiere leben mit ihr in dem alten Bauernhof in Leuderode. Viel zu tun für Agnes Denner, ihr gehört der Hof und sie setzt sich mit aller Kraft für die Tiere ein, die keiner mehr will.

Manche wurden einfach ausgesetzt, andere wurden ihr vorbeigebracht. „Jedes Tier hat eine Geschichte und einen Namen“, sagt Denner. Oft eine schlimme. Meist hat all das, was die Tiere vor der Zuflucht in Leuderode erlebt haben, nichts mit artgerechter Haltung zu tun. Dafür aber mit falschverstandener Tierliebe. Immer wieder geht die 72-Jährige auf artgerechte Tierhaltung ein. Sie ist ihr eine Herzensangelegenheit. Und zugleich bringt die Arbeit mit den Tieren sie mittlerweile fast bis an ihre Grenzen.

Schon morgens um halb acht beginnt für Agnes Denner die Arbeit mit den Tieren. „Zuerst bekommen die Hunde ihr Futter. Das ist aufwändig. Manche Tiere sind krank, andere alt und wieder andere noch ganz jung. Sie brauchen alle anderes Futter und zudem noch Medikamente“, erklärt sie.

Danach sind die Pferde dran. Dann die Gans und die Ponys. Wenn sie alle versorgt sind, ist noch lange nicht Schluss. Die Katzen müssen gefüttert werden. Neben der Fütterung, gibt es bei so vielen Tieren auch viel sauber zu machen. „Das schaffe ich nicht mehr alles alleine“, räumt Denner ein. Deshalb sucht sie Helfer. „Einige wenige Menschen unterstützen mich bereits bei der Arbeit.“ Eine Frau gehe mit den Hunden raus und eine andere komme, um die Katzen zu streicheln. Ein Ehepaar hilft schon mal beim Fensterputzen.

Echte Knochenarbeit

Doch die meiste Arbeit bleibe an ihr hängen. „Und das ist Knochenarbeit“, fügt sie an. Heuballen und Futtersäcke schleppen zum Beispiel. Dann sind da noch einige handwerkliche Tätigkeiten, die sie nicht ausführen kann.

Katzenklappen einbauen zum Beispiel. „Auch dafür benötige ich Hilfe“, sagt sie und hofft auf Unterstützung. Denn sie will auch weiterhin Tieren eine Unterkunft bieten. „Vielleicht weniger Tiere, vielleicht finden sich Menschen, die welche aufnehmen wollen“, sagt sie. Doch vor Weihnachten gibt Agnes Denner keine Tiere ab. „Sie sollten nicht als Weihnachtsgeschenke unterm Tannenbaum liegen. Wer ein Tier unbedingt will, wartet auch noch bis nach dem Fest und bemüht sich um das Tier“, fügt sie an.

Mit ihrem Mann hat die ehemalige Anästhesistin bereits 1987 den Hof in Leuderode gekauft. Seit 1999 lebt sie dort, 2003 hat sie die Tiernothilfe Frielendorf gegründet.

Die Erfahrung habe gezeigt, dass verschenkte Tiere meist schon ein paar Wochen später wieder abgegeben oder schlimmer noch, ausgesetzt werden. „Es kann doch nicht sein, dass Tiere einfach weggeworfen werden. Sie sind doch Lebewesen.“ Und sie seien das schwächste Glied in der Kette.

„Wenn ich hier sitze und den Tieren zusehen, dann werde ich für all die Arbeit belohnt“, sagt Agnes Denner dann noch, während sie nach der getanen Arbeit auf einen Stuhl im Katzengehege setzt und einen Tee trinkt. „Ein Leben ohne Tiere kann ich mir nicht vorstellen, aber es müssen nicht so viele sein.“

• Kontakt: Tiernothilfe Frielendorf, Tel. 05684/93 19 15

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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