Vögel überlebten

Tiertransport mit Puten auf A7 verunglückt: Fahrer schwer verletzt

Melsungen/Guxhagen. Schwerer Unfall auf der A7 in Richtung Kassel: Ein Tiertransporter mit 1800 lebenden Puten an Bord verunglückte etwa 500 Meter hinter der Anschlussstelle Melsungen.

Der Unfall ereignete sich etwa gegen 2 Uhr am frühen Freitagmorgen. 

Kurz vor der Anschlussstelle Melsungen stand ein Lastwagen, der eine Reifenpanne hatte. Ein Service-Fahrzeug war laut Polizei bereits bei dem Pannenfahrzeug angekommen, um zu helfen. Ein Streufahrzeug der Autobahnmeisterei mit einem sogenannten Verkehrssicherungsanhänger sicherte die beiden Fahrzeuge an der Pannenstelle ab. 

Aktualisiert um 10.20 Uhr

Trotz dieser Absicherung fuhr ein anderer Lastwagen mit Hänger aus dem Kreis Cloppenburg (im Nordwesten von Niedersachsen) auf die beiden Lkw auf. Dabei wurde der 47-jährige Fahrer des auffahrenden Brummis in seinem Führerhaus eingeklemmt. Dieser Lastzug hatte 1800 lebende Puten in Transportkästen geladen, die zu einer Schlachterei gebracht werden sollten. Die Ursache des Unfalls ist bisher noch nicht geklärt.

Die an dem Pannenfahrzeug arbeitenden Helfer retteten sich selbst durch einen Sprung an die Seite aus der Gefahrenzone. Der Lkw mit der Reifenpanne und das Streufahrzeug wurden bei dem Aufprall einige Meter nach vorn geschoben und beide stark beschädigt. Durch umherliegende Trümmerteile war neben den drei Großfahrzeugen ein Pkw beschädigt worden. Ein 50-jähriger Fahrer aus dem Main-Taunus-Kreis fuhr mit seinem Skoda durch das Trümmerfeld, weil er nicht mehr ausweichen konnte.

Puten-Transport trotz Stallpflicht

Laut Polizeimitteilung blieben die Tiere bei dem Unfall unbeschadet.  Die Puten, die in Transportboxen untergebracht waren, waren zum Weitertransport umgeladen und die Fahrzeuge von der Unfallstelle abgeschleppt worden. 

Obwohl in Hessen aufgrund der Vogelgrippe landesweite Stallpflicht , sind Geflügeltransporte rechtlich erlaubt. Das gilt auch für Puten: Sie sind Masttiere, "und wenn sie mastreif sind, kann man sie auch in Zeiten der Stallpflicht nicht im Stall verenden lassen", teilt Stephan Bürger, Pressesprecher des Schwalm-Eder-Kreises, auf Anfrage mit. Das Hessische Umweltministerium hat am 21. November 2016 die landesweite Stallpflicht angeordnet.

Fahrer des Tiertransports war eingeklemmt

Die Freiwillige Feuerwehr Melsungen, sowie Notarzt und Rettungswagen des Roten Kreuzes Melsungen waren wenige Minuten nach dem Alarm an der Unfallstelle eingetroffen. Um an den in dem völlig verformten Führerhaus eingeklemmten Fahrer zu kommen, bauten die Melsunger Feuerwehrleute eine Lkw-Rettungsplattform auf. Von hier aus wurde der Fahrer mit schwerem Gerät nach wenigen Minuten aus seiner Notlage befreit. Hierzu waren der Einsatz von Rettungsschere, Spreizer und Rettungszylinder notwendig.

Der Fahrer wurde vom Rettungsdienst mit schweren, aber nicht lebensgefährlichen Verletzungen, in ein Krankenhaus nach Kassel gebracht. Die A7 war während der Rettungsarbeiten in Richtung Norden etwa eine Stunde lang voll gesperrt. Der Verkehr staute sich auf einer Länge von mehreren Kilometern.

Vollsperrung auf der A7 nach Unfall

Insgesamt waren etwa 40 Helfer von Feuerwehr, Rettungsdienst, Autobahnpolizei und Autobahnmeisterei an der Unfallstelle im Einsatz. Gegen 4 Uhr wurde die Vollsperrung der A7 aufgehoben und der Verkehr zweispurig an der Unfallstelle vorbeigeführt. Trotzdem kam es am frühen Morgen noch zu Behinderungen im Verkehr. Die Fahrbahn in Richtung Norden wurde ab 8.30 Uhr geräumt.

Tiertransport mit Puten verunglückt auf A7

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Wenderoth

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