Guxhagener Förderverein engagiert sich für Projekt in kenianischem Dorf

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Freude über den Besuch: Die Kinder der Grundschule in Tingolo freuen sich immer, wenn Helga Kerl vorbei schaut.

Guxhagen/Tingolo. Der Rohbau der Bücherei ist fertig und im Labor werden schon fleißig Experimente gemacht. Helga Kerl, Vorsitzende des Guxhagener Fördervereins Schule in Tingolo, konnte sich bei ihrem letzten Besuch in dem kenianischen Dorf von den Fortschritten der Schulprojekte überzeugen.

„Dass der Rohbau der Bücherei schon steht, war eine echte Überraschung“, sagt Kerl. Seit 20 Jahren engagiert sich der Verein für die Schulbildung der Kinder und Jugendlichen in Tingolo.

Zunächst war es die Grundschule, die unterstützt und weiterentwickelt wurde. 2004 wurde eine Sekundarschule ins Leben gerufen. „Die Grundschule hat quasi die Sekundarschule geboren,“ sagt Kerl. Dabei leistet der kleine Verein mit 13 Mitgliedern in erster Linie Hilfe zur Selbsthilfe. „Wir haben von Anfang an gesagt, das ist eure Schule, nicht unsere“, sagt Kerl.

Unterstützung der Schule

Insgesamt sind seit 1992 rund 80 000 Euro nach Kenia geflossen, vergangenes Jahr hat der Verein die Schule mit 2000 Euro unterstützt, davon wurden unter anderem Farbe und Ausstattung für das Labor bezahlt. „Wir sind ein kleiner Verein und haben nur begrenzte Möglichkeiten, aber wir helfen, wo wir können,“ sagt Kerl, die schon über 20-mal in Kenia war und ihre Reisen und Aufenthalte stets selbst bezahlt.

Nachdem im Jahre 2010 die Sekundarschule an das Stromnetz angeschlossen wurde, können seit dem vergangenen Jahr durch die Unterstützung des Guxhagener Vereins auch acht Klassenzimmer der benachbarten Grundschule mit Strom versorgt werden. Weitere Klassenzimmer sollen folgen.

Die Sekundarschule hat inzwischen fast 160 Schüler, die in vier Klassenräumen lernen. Außerdem ein Laborgebäude und eine Bibliothek. Für die Zukunft, sagt Kerl, sind ein Küchengebäude mit Speiseraum sowie mehrere Erweiterungsbauten geplant. 200 Euro im Jahr müssen die Eltern der Sekundarschüler als Schulgeld aufbringen, erzählt Helga Kerl.

Dieses Geld komme zwar komplett der Schule zugute, da aber viele Eltern Schwierigkeiten hätten, das Geld aufzubringen, werde oft in Raten bezahlt. „Es kommt vor, dass die Jugendlichen schon seit fünf Jahren aus der Schule sind, aber das Schulgeld immer noch abgestottert wird“, weiß Kerl. Deshalb wird die Hilfe aus Guxhagen in Tingolo dankbar angenommen.

Das Geld komme eins zu eins an, sagt Kerl. Auch, weil der zweite Vorsitzende des Vereins, Dr. Sebastian Okello, seit knapp 17 Jahren wieder in seinem Heimatdorf Tingolo ist. Der Verein finanziert sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. (kam)

Kontakt: Helga Kerl, Tel. 05665/4224. Spendenkonto: Förderverein Schule in Tingolo, VR-Bank Chattengau, Kontonummer: 6437907, BLZ 52062200

Quelle: HNA

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