200 Jahre alte Linde muss nach Zündelei von Jugendlichen gefällt werden

Todesstoß für den Baum

Nicht mehr zu retten: Bürgermeister Heinrich Vesper (rechts) und Bauamtsleiter Peter Wahl inspizieren die zerstörte Linde. Die Äste wurden bereits entfernt. Fotos: Heist

Loshausen. Nicht mehr zu retten ist die Linde am ehemaligen Friedhof in Loshausen. 200 Jahre lang trotzte der Baum allen Umwelteinflüssen, selbst einem durch Fäulnis entstandenen Schaden des Baumstammes hielt er stand.

Weil zwei zur Tatzeit 13-jährige Jugendliche ein Feuer im vorgeschädigten Baumstamm entzündeten (wir berichteten), muss die Linde nun aber gefällt werden. Die Verkehrssicherheit sei durch den stark geschädigten Baum nicht mehr gegeben, erklärte Bürgermeister Heinrich Vesper.

Noch zu Anfang des Jahres hatte ein von der Gemeinde Willingshausen beauftragter Experte den bedenkenlosen Zustand des 200 Jahre alten Baumes bescheinigt. Der Stamm oberhalb der Wurzeln sei zwar beschädigt, doch habe die Linde kräftige Innenwurzeln ausgebildet, die die Stabilität des Baumes gewährleisteten.

Umso ernüchternder fiel das Urteil eines zweiten Gutachtens über die Verkehrssicherheit des Baumgiganten aus. In zu großem Ausmaß seien die neu ausgebildeten Innenwurzeln durch den Brand beschädigt worden, als dass man den Baum erhalten könne. Mit den Fällarbeiten wurde bereits begonnen. Inzwischen steht die Linde ohne Baumkrone da und bietet einen trostlosen Anblick. Wenn auch ihr Stamm beseitigt ist, wird sie eine Lücke hinterlassen, nicht nur optisch, sondern auch im Bewusstsein der Loshäuser, denen die imposante Erscheinung des Baumes ans Herz gewachsen war.

Unweit der Linde steht seit Anfang Juli diesen Jahres eine junge Eiche. Sie wurde als Symbol der 20-jährigen Partnerschaft Loshausens mit der ungarischen Gemeinde Babarc gepflanzt. Im Hinblick auf das bedauernswerte Ende der Linde habe man den Standpunkt für die Eiche ganz bewusst gewählt, sagte Vesper.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare