Hund starb nach Angriff eines Artgenossen

Schwalmstadt: Tödliche Bisse vor Gericht

Marburg/ Schwalmstadt. Ein Berufungsverfahren gegen einen 75-jährigen Rentner aus Schwalmstadt endete vor dem Marburger Landgericht mit einer vorläufigen Verfahrenseinstellung gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 600 Euro an das Tierheim in Marburg.

Erstinstanzlich war der Mann wegen eines Vergehens gegen das Tierschutzgesetz im Juni dieses Jahres vom Amtsgericht Schwalmstadt zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt worden.

Mit der Einstellung ist der Rentner besser weggekommen und darüber hinaus auch nicht vorbestraft. Die Tat, für die er sich verantworten musste, fand im April vergangenen Jahres statt. Damals war er mit seiner unangeleinten Hündin im Bereich des Schwalm-Rückhaltebeckens bei Treysa spazieren. Er traf dort eine Frau, die mit ihrer Tochter und einer ebenfalls unangeleinten Hündin unterwegs war.

Die Hunde beschnupperten sich anfangs und die Frau rief dem Mann zu: Ihre Hündin wolle nur spielen, sie sei „eine ganz Liebe“. Daraufhin habe der Mann, der seine Hündin bis dahin am Halsband festgehalten hatte, geantwortet er wolle einmal feststellen, ob seine Hündin auch eine ganz Liebe sei und sie losgelassen.

Der über 30 Kilo schwere Hund stürzte sich auf den kleinen Hund der Frau, biss ihn in den Rücken und schleuderte das nur 3,5 Kilo schwere Tier umher. Der Hund der Frau erlitt so erhebliche Verletzungen, dass er auf dem Weg zu einer Tierarztpraxis starb.

Die Anschuldigungen, welche die als Zeugin geladene Frau vor Gericht wiederholte, bestritt der Mann. „So war das nicht. Ich habe das nicht gesagt. Als ich meinen Hund anleinen wollte, sprang er mir aus der Hand und stürzte auf den kleinen Hund los“, sagte der Rentner. Allerdings hatte es in der Vergangenheit mehrere ähnliche Fälle gegeben, bei denen der Hund des Angeklagten die Tiere anderer Hundehalter angegriffen hatte. Dazu hatte die Staatsanwaltschaft noch weitere Zeugen geladen, die die Aggressivität des Hundes bestätigten.

Am Ende stimmte Richter Wolf Winter auf Grund der Einsicht und offensichtlich geringer Schuld des Angeklagten einer Einstellung zu.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare