Offener Beinbruch

Tödlicher Flugversuch: Waberner Jungstörchin nach OP gestorben

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Da ging es ihr noch gut: Jungstörchin Wilma lässt sich im Horst der Familie Riedinger füttern. Jetzt ist das Jungtier tot.

Wabern. Es sollte eigentlich der Sprung in die große Freiheit werden, doch endete jetzt einer der Flugversuche für Jungstörchin Wilma aus Wabern dramatisch: Wilma ist tot.

Fleißig hatte sie in den vergangenen Tagen mit Heinrich vom Storchenhorst IV geübt. Sie breiteten ihre Flügel aus und hüpften abwechselnd mehrere Meter in die Höhe. Doch ist diese Phase für die jungen Störche auch eine sehr gefährliche. „Wenn nicht sogar die gefährlichste Zeit“, sagt Ulrike Mose. Sie beobachtet die Waberner Störche seit 2004 regelmäßig und berichtet im Internet darüber.

Unfreiwilliger Absturz

„Bei stellenweise starken Windböen wie am vergangenen Wochenende, gerät so manche Flugübung zu einem unfreiwilligen Absturz“, erklärt Mose. „Vermutlich erlebte Wilma einen solchen Absturz“, fügt sie hinzu.

Drei der insgesamt sechs Storchennester in Wabern wurden in diesem Jahr von Störchen als Zuhause ausgewählt. Während die Jungstörche den Horst an der Eder und auch den am Spänebunker Blecher bereits verlassen haben, ließen sich Wilma und Heinrich damit noch etwas Zeit.

„Meistens gehen die Bruchlandungen gut aus“, sagt Mose. Seit 2004 wurde noch keiner der Jungstörche dabei ernsthaft verletzt. Anders Wilma: Sie konnte nicht mehr im Nest landen, vermutet Ulrike Mose. Ob sie bei der Bruchlandung noch mit irgendeinem Gegenstand kollidierte, könne man nicht mit Gewissheit sagen. Aber möglich wäre zum Beispiel, dass sie abgestürzt und gegen eine Regenrinne geknallt sei.

Fakt sei jedenfalls, dass Wilma einen offenen Beinbruch erlitt und dringend tierärztliche Hilfe benötigte. Die bekam sie auch, denn aufmerksame Nachbarn, Alexandra Riedinger und Inge Ochs, entdeckten die verletzte Wilma und brachten sie sofort in eine Tierklinik. Dort wurde Wilma operiert. Anschließend wurde das Tier in die Obhut von Alfons Bischof gegeben, der bereits viele verletzte Vögel wieder gesund gepflegt hat.

Die Hoffnung, dass es auch Wilma schaffen könnte, war bei allen Beteiligten da, sagt Ulrike Mose. Einen Tag nach der Operation ging es Wilma schon etwas besser. „Der Jungstorch nahm Flüssigkeit und Nahrung zu sich, obwohl der Zustand weiterhin kritisch war. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Mose.

Schon bald verschlechterte sich der Zustand des Jungstorchs dramatisch. Trotz aller Bemühungen schaffte es Wilma nicht, der Jungstorch vom Riedinger Horst starb am Dienstagmorgen.

Vergeblich warteten die Storcheneltern und Jungstorch Heinrich auf Wilmas Rückkehr. „Sie haben gewartet und auch nach Wilma gesucht. Doch nun scheinen sie zu wissen, dass sie nicht wiederkommt.“ Jetzt warten die Storchen-Beobachter darauf, dass Heinrich zu seinem Jungfernflug aufbricht – und das hoffentlich unfallfrei.

www.stoerche-wabern.de

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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