Töpfermeister Martin Burberg aus Jesberg: Er hat den Dreh raus

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Blick in die Hundshäuser Töpferwerkstatt: Martin Burberg formt Tassen, Teller und Vasen mit seinen Händen

Hundshausen. Das Töpfern wird ihm niemals langweilig: Wenn der Hundshäuser Martin Burberg seine Vasen, Teller und Tassen auf der Töpferscheibe liebevoll mit den Händen formt und sie später gebrannt hat, macht er sich noch weiter ans Werk und probiert alte Techniken aus.

Er brennt Schalen und Schmuckdosen mit der japanischen Raku-Technik im offenen Feuer.

Am Wochenende können Produkte und Werkstatt zum Tag der offenen Töpferei in der Haus-Töpferei in Hundshausen in der Zeit von 10 bis 18 Uhr besichtigt werden.

Hintergrund Raku-Unikate

Martin Burberg nutzt auch die Raku-Technik zum Ton-Brennen. „Diese Methode stammt aus Japan und ist 18 000 Jahre alt“, erzählt er.

Das Gefäß werde wegen der starken Rauchentwicklung im Freien gebrannt.

Er nimmt dabei die glühenden Gefäße mit der Zange bei 1000 Grad aus dem Ofen und bettet sie in Sägespäne luftdicht ein.

Rauch und Sauerstoffentzug sowie die in der Späne enthaltenen Mineralien wirkten dabei auf die Glasurfarbe ein. So schimmerten die Glasuren ganz individuell je nach Farbe und Oxidation bläulich, rötlich oder auch grün.

Der Brennverlauf lasse sich beim Raku nur wenig steuern, so dass jedes Stück ein Unikat sei. (tyx)

Grünlich und bläulich schimmern die Raku-Schalen und zieren wie Schmuckstücke die Töpferstube. Sie sind die Hingucker zwischen den steinernen Milchkännchen, Tellern und Tassen. Unikate sind aber alle Produkte. Jedes Stück wird einzeln gefertigt und trägt die Handschrift des Hundshäusers.

Der 54-Jährige lebt mit seiner Frau Claudia und den drei Kindern seit 1991 in der Jesberger Gemeinde, und seitdem ist der Fachwerk-Hof eine Töpferei. Überall, auch im Garten, stehen Figuren aus Ton, die das Gelände schmücken.

„Es war immer mein Traum, in eigener Werkstatt zu leben“, sagt Burberg. Sein Wunsch war es auch, das Töpferhandwerk zu erlernen.

Er wuchs im rheinischen Mettmann auf und lernte in Fuldatal/Simmershausen das alte Handwerk, absolvierte 1989 die Meisterprüfung und zog 1991 in die Kellerwaldgemeinde. Dort stellt er zeitlose Gebrauchskeramik her.

Zunächst knetet er den Ton aus Westerwälder Steinzeug, schlägt ihn, um eventuell eingeschlossene Luftbläschen zu entfernen, und dreht dann jedes Stück einzeln und von Hand. Nach dem Trocknen (bis zu drei Wochen) folgt der erste Brand (bei 950 Grad), später Bemalung und Glasur. „Dann wird das Produkt zum zweiten Mal bei 1240 Grad im Ofen gebrannt. Und fertig.“

Das meiste davon verkauft er auf den Töpfermärkten in der Region. Dort trifft er auch die Kollegen. "Töpfern ist ein Kunsthandwerk, da hat jeder seine individuelle Note“, sagt Burberg.

Weitere geöffnete Töpfereien: Kollmar Keramik (Wabern), Töpferei Erbehof (Willingshausen).

• Informationen: www.tag der-offenen-toepferei.deund www.toepfereiburberg.de

Quelle: HNA

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