Töpfern ist mehr als Kunst: Seit 30 Jahren stellt Christine Labudda Keramiken her

Bad Emstal. Die Bad Emstalerin Christine Labudda arbeitet seit 30 Jahren in der Hintergasse als Töpferin. Während dieser Zeit hat die 70-Jährige eine gute Tonne Ton verarbeitet. Sie weiß, dass es bei diesem Handwerk nicht allein auf Geduld ankommt. Die Töpferei müsse man sich hart erarbeiten.

Bereits in der vierten Klasse ist Christine Labudda mit dem Material Ton in Berührung gekommen. „Und da habe ich gespürt, das will ich.“ Der gelernten Bürokauffrau war schnell klar, dass die Arbeit am Schreibtisch sie nicht glücklich machen würde. Es folgte zunächst eine dreijährige Ausbildung in Guxhafen zur Keramikmalerin und anschließend eine Töpfer-Lehre in Göttingen.

Material ist faszinierend 

Für die Bad Emstalerin übt das Material Ton bis heute seine eigene Faszination aus. „Man hält in den Händen einen Klumpen Ton und weiß genau, was man machen will.“ Doch nicht immer wollten die Ideen gelingen. „In der Lehre ist ein Krug oft ein Teller geworden“, erinnert sich die 70-Jährige. Vor allem das Zentrieren, bei dem der Ton mittig geformt wird, fiel Christine Labudda zu Beginn schwer.

Im Laufe der Jahre hat die Bad Emstalerin ein Gespür für das Material bekommen. Doch auch nicht nur das Wissen über die Zusammensetzung der Glasur sei wichtig. Neben einem guten Formgefühl muss man auch wissen, welcher Ton geeignet ist. „Nicht alle Tonsorten überstehen die Brenntemperatur von 1255 Grad und schmelzen.“

Töpfern sei nicht nur Kunst, sondern auch Handwerk, betont die 70-Jährige. „Wenn man das Handwerk nicht beherrscht, kann man seine Kunstgedanken nicht einsetzen.“ Der Beruf bereitet Christine Labudda viel Freunde, über ihn erfährt sie Anerkennung.

Das Töpfern sei einer der ältesten Berufe überhaupt, sagt sie. Ihre Muster auf den Gefäßen sind traditionell. „Ich verwende Fragmente der alten nordhessischen Schlicker-Malerei.“ Die ist eigentlich sehr bunt. „Ich mag lieber schöne Formen und einfache Muster.“

Man könne von der Töpferei alleine nicht leben. „Wir sind eine Wegwerfgesellschaft“, sagt Christine Labudda. Nichtsdestotrotz sei es wichtig, das alte Handwerk am Leben zu erhalten. „Wenn das keiner mehr macht, dann erinnert sich auch keiner mehr daran, was früher bei uns war.“

Von Johanna Uminski

Quelle: HNA

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