Antrag der FWG abgelehnt: Tonband bleibt aus

Keine Aufzeichnungen: Stadtverordnete entschieden sich gegen Tonbandaufnahmen ihrer Sitzungen. Foto: nh

Homberg. Es gilt das geschriebene Wort: Eine deutliche Absage erteilten die Stadtverordneten dem Antrag von Sascha Henschke-Meyl (FWG), die Sitzungen der Parlamentarier künftig aufzuzeichnen.

Gegen die Tonbandaufnahmen sprachen sich SPD, CDU, Grüne und FDP aus. Einzig die FWG stimmte dafür.

Henschke-Meyl sagte, dass er die immer wieder aufkommenden Diskussionen um Protokolle und Niederschriften leid sei. „Es kann nicht schaden, wenn wir ein Tonband mitlaufen lassen. Das machen andere Städte auch schon und es kann auch passieren, dass dem Protokollführer mal das Gedächtnis hängt“, sagte Henschke-Meyl. Außerdem würde in der Stadtverordnetensitzung zu oft zu viel Unnötiges geredet. „Das bin ich leid“, sagte Henschke-Meyl im HNA-Gespräch.

„Wir verlassen uns seit Jahrzehnten auf das geschriebene Protokoll“, sagte Klaus-Thilo Kroeschell (CDU). Das könne auch so bleiben. Er habe keine Lust, das Gesprochene auf Tonband anzuhören.

Das sah auch Bernd Herbold (SPD) so: „Wir sind Hobbypolitiker und führen manchmal auch hitzige Debatten, ich möchte nicht, dass die auf Band aufgenommen werden. Denn manchmal fallen dabei auch Worte, die nicht so wohlfeil sind.“ Außerdem erinnere ihn die Forderung nach Tonbandaufnahmen an bestimmte Zeiten.

„Die Einsprüche sind nicht so schwerwiegend, dass wir die Sitzungen nun auf Tonband aufnehmen müssen“, sagte Klaus Bölling (Grüne). „Man redet auch mal dummes Zeug und das muss nicht auf Tonband sein“, fügte er an.

Enttäuscht von der Entscheidung der anderen Fraktionen zeigte sich Henschke-Meyl nach der Sitzung. „Ich bin erschüttert. Das bedeutet, dass es im alten Stil weitergeht und das ist nicht in Ordnung, weil die Diskussionen oft nicht sachlich sind.“ Von diesen künstlich in die Länge gezogenen Sitzungen halte er nicht viel. „So macht die Arbeit keinen Spaß mehr“, betonte er.

Quelle: HNA

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