Kultursommer Nordhessen: Solokonzert von Wen-Sinn Yang begeisterte das Publikum

Die Tonsprache des Cellos

Ein Cellist von Weltklasse: Wen-Sinn Yang in der Patronatskirche von Gilsa. Fotos: Mangold

Gilsa. Kultureller Glanz im Dörfchen Gilsa: Der Kultursommer Nordhessen war am Mittwochabend mit dem taiwanesischen Cellisten Wen-Sinn Yang zu Gast. Der Gewinner des Ersten Preises beim internationalen Musikwettbewerb in Genf 1991 ist auf den bedeutenden Konzertpodien der Welt zu Hause. Im Anschluss an seine Japantournee kam er nach Gilsa und gab in der kleinen Patronatskirche ein Exklusivkonzert mit seinem Violincello.

Die Kultur aufs Land zu bringen sei der Sinn des Kultursommers, meinte Ortsvorsteher Frank Ravensburg. Seit der 800-Jahrfeier in Gilsa ist das Dorf regelmäßig Gastgeber für den Kultursommer Nordhessen, jedes Mal waren die Veranstaltungen ausverkauft. So auch in diesem Jahr, denn der Ruf des Cellisten eilte ihm voraus und lockte viele Besucher von außerhalb an. 130 Personen fanden Platz in der kleinen Kirche und genossen das Solo-Konzert von Wen-Sinn Yang.

Mit humorigen Moderationen gab der in Bern geborene Kammermusiker taiwanesischer Abstammung und Musik-Professor an der Hochschule in München einen informativen Einblick in die Musikgeschichte als Einleitung zu den verschiedenen Stücken des Abends. Er stimmte das Publikum auf die Möglichkeiten des Cellos ein, den Rhythmus, die Melodie und den Charakter eines Musikstückes zu vermitteln, – ohne begleitendes Orchester.

Er nahm die Zuhörer mit auf eine historische Klangreise des Cello-Solos nach Kompositionen von Bach, Klengel, Ysayë und Cassadó und begeisterte.

Keine Promenade

Zur musikalischen Unterhaltung des Abends trug auch der Männergesangverein Gilsa mit klassischen Volksliedern bei. Die geplante Promenade um das Schloss musste wegen Dacharbeiten aus Sicherheitsgründen an die Stehtische vor der Kirche verlagert werden.

Dort gab es für die Gäste kühle Getränke und Kanapees in der Abendsonne mit mittelalterlichem Ambiente.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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