Die Verkehrswacht warnte in der Fritzlarer Berufsschule vor Alkohol am Steuer

Torkelnd durch die Pausenhalle

Fritzlar. Wie es sich anfühlt, wenn man mit 1,3 Promille ein Auto oder ein Motorrad steuert, konnten Schüler der Friedrich Ebert-Schule in Fritzlar jetzt erleben. Natürlich gab es keine alkoholischen Exzesse an der Schule, vielmehr wurden die Trunkenheitsfahrten mittels moderner Technik simuliert. Der torkelnde Gang auf einem Parcours in der Pausenhalle wurde durch eine Rauschbrille erzeugt.

Ferdinand Hagenbach von der Verkehrswacht Frankenberg und zwölf Kollegen waren zur jährlichen Informationsveranstaltung in die Schule gekommen. Im Gepäck hatten die Verkehrswächter einen Gurtschlitten, mit dem ein Aufprall bei geringer Geschwindigkeit simuliert wird und einen Überschlagsimulator.

Reaktion im Test

Auch Fahrsimulatoren für Auto und Motorrad sowie ein Parcours für die Rauschbrille, mit der ein bestimmter Alkoholpegel simuliert wird, gehörten zum Angebot, außerdem Geräte, um Sehfähigkeit und Reaktion zu testen.

Arnd Kriebel, Verkehrsobmann der Schule, hatte in Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder-Kreis die Themenbereiche zur Aktion „Junge Fahrer“ zusammengestellt.

Im Gurtschlitten merkten die Schüler, wie wichtig es ist, angegurtet zu fahren und mit welcher Wucht man auch bei nur geringer Geschwindigkeit in die Gurte gepresst wird, wenn das Fahrzeug nur mit zehn Stundenkilometern abrupt abgebremst wird.

Ihren ersten Kontakt mit dem Gurtschlitten machte unter Annika Brückmann (17). Sie hatte Ende des vergangenen Jahres einen Unfall mit einem Motorroller gehabt. Sie war mit dem Gefährt ins Rutschen gekommen und schwer gestürzt. Dabei zog sie sich neben diversen Prellungen an Becken, Hüfte und Händen ein Schleudertrauma zu. Jetzt hat die Schülerin den Führerschein mit 17 Jahren gemacht und nimmt am Fahren mit Begleitung teil. In zwei Monaten ist sie 18 und darf dann auch allein fahren. Aber stets angeschnallt, sagte sie nach der Fahrt im Gurtschlitten.

Mit einer Rauschbrille auf der Nase, die starken Alkoholgenuss simulierte, wagten sich die Schüler über den Parcours. Gefordert war, zu Fuß den Linien zu folgen, ein Stück rückwärts zu gehen und am Ende einige Gegenstände zu fangen. Fazit bei allen Testläufern: Der Kandidat war durchgefallen.

Sinn und Zweck dieser regelmäßigen Veranstaltung in der Schule sei es, wie Arnd Kriebel erklärte, auf die Gefahren des Straßenverkehrs hinzuweisen. Die Situationen mit den Simulationsbrillen oder dem Gurtschlitten machten Eindruck bei den jungen Leuten, die zum größten Teil den Führerschein haben und auf heimischen Straßen unterwegs sind.

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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