In den Herzen der heimischen Schleckermäuler

Tortentradition seit 60 Jahren in Naumburg: Café Hasenacker feiert Geburtstag

Naumburg. Das Café genießt inzwischen Kultstatus im Wolfhager Land und schuld daran sind die XXL-Torten von Silvia Richter. Das Café Hasenacker feiert jetzt 60. Geburtstag.

Wenn Silvia Richter in ihrer kleinen Backstube steht und die Einmalhandschuhe überstreift, dann tut sie das nicht nur der Hygiene wegen. „Das ist reiner Selbstschutz“, sagt sie lachend und erinnert sich an ihre Anfangsjahre im Café Hasenacker bei Naumburg, als sie sich beim Zubereiten der Torten immer mal wieder einen ordentlichen Finger voll Sahne genehmigt hat. Schon damals war das urige Ausflugslokal im Rehmbach 1 längst für seine Torten im XXL-Format bekannt.

Die Naumburger Familie Schorbach hat sie einst kreiert, nachdem sie das 1954 von Toni Blankert eröffnete Tortenparadies Anfang der 1970er-Jahre übernommen hatte. Direkt aus dem Ofen trat die heute legendäre Stachelbeer-Baiser-Torte ihren Siegeszug in die Herzen der heimischen Schleckermäuler an, die fortan in Scharen ins urige Café mitten in der Natur pilgerten.

„Als mein Lebensgefährte Hubert Draude und ich dann Mitte der 1990er-Jahre die Nachfolge antraten, mussten wir den Schorbachs versprechen, die Tortentradition weiterzuführen“, sagt Richter, die noch heute das Originalrezept wie einen Schatz in der Küchenschublade hütet. Brauchen tut sie es nicht mehr, die einzelnen Arbeitsschritte in der kleinen Tortenfabrik laufen längst wie im Schlaf. An die 40 der süßen Versuchungen bereitet die gelernte Hotelfachfrau Woche für Woche gemeinsam mit einer Küchenhilfe zu, neben der beerigen Variante zaubern sie weitere Klassiker wie Schokosahne, Schwarzwälder Kirsch, Himbeer-Joghurt und viele mehr.

Dann dreht sich der elektrische Schneebesen in Endlosschleife, wollen schließlich an die 60 Liter Sahne steif geschlagen werden. Fünf Liter passen in die Sahne-Schlag-Maschine, das reicht beispielsweise für zwei Schoko-Sahne-Torten. „Auf Zucker verzichten wir in der Sahne übrigens generell, die frisch gebackenen Böden liefern schon genug Süße“. In riesigen Schüsseln wird die cremige Masse je nach Sorte verfeinert und dann zwischen die Böden gestrichen - großzügig natürlich, wie es die Familie Schorbach einst vorgemacht hat.

Bis zu 18 Zentimeter Höhe messen die Megatorten, daran hat sich bis heute nichts geändert, auch im 60. Jahr des Café Hasenacker nicht. Freude hat Silvia Richter in der Backstube noch wie am ersten Tag, und schmecken tun ihr die süßen Leckereien auch noch. Nur das Naschen zwischendurch verkneift sie sich, dank der Einmalhandschuhe, die so auch der Figur dienlich sind.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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