Gewinner bereits viele Jahre verstorben

Infobrief entpuppt sich als Trickbetrug: Toter gewinnt Geld und Fahrrad

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Frechheit: Waldemar Biedermann mit dem Infobrief in dem sein verstorbener Freund einen Geldgewinn und einen weiteren Hauptgewinn gewonnen haben soll.

Malsfeld. Diese dreisten Trickbetrüger haben auch noch schlecht recherchiert: Eine Malsfelderin hat jetzt eine Gewinnbenachrichtigung für ihren verstorbenen Mann erhalten. Dieser soll 2000 Euro Bargeld und ein Fahrrad gewonnen haben. Allerdings ist er schon tot.

Der Brief erreichte die Witwe quasi zur Unzeit, denn der neunte Todestag ihres Mannes steht unmittelbar bevor. Das sei für die Familie schon schwer genug zu ertragen, sagt Waldemar Biedermann. Er ist ein Freund der betroffenen Familie und kann besonders mit der Witwe mitfühlen, die im Artikel nicht genannt werden möchte.

„Das ist ein Witz. Ob diesen Betrügern die Teilnehmer ausgegangen sind, dass jetzt schon verstorbene dazu eingeladen werden ihren Hauptgewinn abzuholen?“, empört sich der Rentner aus Malsfeld.

Erst hatte sich Waldemar Biedermann überlegt, sich einen Scherz mit dem Gewinnausschütter zu erlauben. „Ich wollte auf die Rückantwortkarte schreiben, dass ich den Gewinn auf dem Friedhof an der Grabstätte entgegennehme“, sagt der 68-Jährige. Aber er wolle sich nicht weiter über diese Unverschämtheit aufregen. Er regte dafür an, mit dieser Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen – schon allein deswegen, um andere Betroffene vor solchen Betrügereien zu warnen.

Vor wenigen Tagen lag bei der Malfelderin ein weißer, länglicher Fensterumschlag, abgestempelt als Infopost und ohne sichtlichen Absender im Briefkasten. Die Infopost beinhaltete eine Rückantwortkarte und einen Brief mit der Mitteilung: Ausschüttung-Gewinnspiel – die große Sonderverlosung. Den Namen des Anbieters suchte sie aber vergeblich.

Im Brief hieß es, ihr Mann habe bei der jährlichen Adventsverlosung das große Los gezogen und dank der Rätselkarte mit dem richtigen Lösungswort sei er in der Hauptgewinnstaffel gezogen. Ein Geldbetrag von 2000 Euro in bar und ein E-Fahrrad im Wertpreis von 1000 Euro als Sponsorengewinn wurden dem Gewinner versprochen. Es seien nur noch die Formalitäten zu klären, schreibt der Gewinnausschütter.

Auf der Rückantwortkarte sollte man nun ankreuzen, an welchem Ort man den Gewinn am 5. März entgegen nehmen möchte. Zur Auswahl standen Kassel, Fuldabrück, Guxhagen, Melsungen, Spangenberg und Morschen.

Auf der Rückantwortkarte war auch der Absender zu ersehen: Postfach 210101, in 28221 Gröpelingen.

Dieser Anbieter ist im Geschäft um Gewinnspiele und Kaffeefahrten kein Unbekannter: Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt vor dem Anbieter unter dieser Adresse. Solche Gewinne sind meist nur Lockmittel, Menschen für Verkaufsveranstaltungen zu ködern.

Die Polizei und auch die Verbraucherzentralen warnen: Auf solche Gewinnmitteilungen solle man keinesfalls eingehen, heißt es auf Nachfrage unserer Zeitung.

Von Christina Grenzebach

Quelle: HNA

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