Günter Schwarz starb überraschend

Tradition war für ihn die Flamme

Günter Schwarz

treysa. Noch am Sonntag saß er mit seinen Kameraden von den „Alten Kanonen“, dem Verband ehemaliger Berufssoldaten, beim Grillen beisammen. Das 25-jährige Bestehen der Gruppe wurde gefeiert. Am Montag starb Günter Schwarz plötzlich.

Schwarz, zuletzt S3-Feldwebel und Alarmsachbearbeiter im Feldartilleriebataillon 21, kam 1937 in Stederdorf/Peine in Niedersachsen zur Welt. 1954 wurde er beamteter Postschaffner, zwei Jahre später wechselte er zur Bundeswehr, zum Feldartillerieregiment Kassel. Stationen waren Niederlahnstein, Fritzlar und schließlich, 1961, die Treysaer Harthbergkaserne. 1986 erhielt Schwarz das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold, Ende September 1990 wurde er in den Ruhestand verabschiedet.

Doch damit waren Schwarz‘ Aktivitäten keineswegs zu Ende. Als sich die Auflösung des Bataillons 1990 abzeichnete, reifte die Idee zur Gründung des Traditionsverbandes Schwälmer Artillerie, um weiterhin in Verbindung zu bleiben, Kameradschaft und Tradition zu pflegen. 1992 war Schwarz Mitbegründer des Traditionsverbandes, in den er einen erheblichen Teil seiner Zeit investierte und dessen Ehrenvorsitzender er vergangenen April wurde. Im vorigen Winter berichtete unsere Zeitung ausführlich über die von Schwarz organisierte Barbarafeier am 4. Dezember.

„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme“: Dieser Spruch soll Schwarz wichtig gewesen sein. „Dein Ziel war es, die Tradition der Schwälmer Artillerie zu erhalten. Dein Traum war es, aus dem Traditionsverband Schwälmer Artillerie ein Schmuckstück zu machen“, hieß es in der Laudatio auf ihn, als er den Ehrenvorsitz erhielt.

Das sei ihm vollends durch akribischen Einsatz gelungen, durch Kontaktpflege, in etlichen Vorstandssitzungen und vielen Mitgliederversammlungen, durch zahlreiche Rundschreiben, die Organisation des Umzugs in ein neues Gebäude innerhalb der ehemaligen Kaserne, das Einrichten des Museums und das Anlegen des neuen Artillerieplatzes. „358 Mitglieder zeigen, dass sie auf dich setzen und dir vertrauen“, rief man ihm zu.

Günter Otto Wilhelm Schwarz, so der volle Name, hinterlässt Ehefrau Traute Schwarz, eine Tochter, einen Sohn und drei Enkel.

Gestern wurde er in Treysa beerdigt. (aqu) Foto: privat www.schwaelmer-artillerie.de

Quelle: HNA

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