Dreijähriges Tier war zuvor krank gewesen – Obduktion soll Ursache klären

Traurige Nachricht aus dem Wildpark Knüll: Jungbärin Alexa ist gestorben

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Am Anfang unzertrennlich: Die Bärin Onni mit ihrem Nachwuchs Alexa. Die dreijährige Jungbärin wurde am Dienstagmorgen tot in ihrem Gehege gefunden.

Schwalm-Eder. Traurige Nachricht aus dem Wildpark Knüll: Die dreijährige Bärin Alexa ist gestorben. Ihre Mutter hatte das Jungtier noch zum Aufstehen bewegen wollen.

Der Artikel wurde aktualisiert um 16.50 Uhr - Die Bärenhaltung im Wildpark Knüll steht unter keinem guten Stern. Am frühen Dienstagmorgen starb aus bisher noch nicht geklärten Gründen die knapp dreijährige Bärin Alexa. Mitarbeiter hatten sie bei ihrem ersten Rundgang leblos in ihrem Gehege gefunden.

Onni, das Muttertier, habe noch versucht, Alexa zum Aufstehen zu bewegen. In diesem Moment sei aber bereits deutlich geworden, dass die kleine Bärin kurz zuvor gestorben war.

Letzte Gewissheit habe eine sofortige Begutachtung des Tieres durch die Mitarbeiter, einen Tierarzt und den Parkleiter, Dr. Wolfgang Fröhlich, ergeben.

Alexa habe bereits ein paar Tage zuvor erste Anzeichen einer Kreislaufschwäche gezeigt, sodass der Tierarzt sie mehrfach untersucht und auch medikamentös behandelt habe. Darüber hinaus habe sie unter verstärkter Betreuung durch die Mitarbeiter gestanden.

Archivvideo: Alexa war der Star im Wildpark Knüll

Mit einer Obduktion in der Justus-Liebig-Universität soll die Todesursache geklärt werden, teilten Landrat Winfried Becker und Wildparkleiter Dr. Wolfgang Fröhlich mit. „Leider liegen uns zum jetzigen Zeitpunkt noch keine genauen Erkenntnisse aus Gießen vor“, erklärte Landrat Winfried Becker. „Wir waren über das Ableben sehr überrascht und sind sehr traurig darüber“, heißt es weiter.

Alexa war im Januar 2015 im Wildpark Knüll zu Welt gekommen.  Sie war ein Nachkomme von Balu und Onni, die seit 2005 im Wildpark Knüll leben. Diesen beiden Alttieren gehe es gut, teilte der Wildpark mit. Es gebe keine Anzeichen für eine Erkrankung.

Bärenhaltung in der Kritik

Die Bärenhaltung hat in der Vergangenheit bereits mehrfach für Schlagzeilen gesorgt und ist auch bei Tierschützern auf Kritik gestoßen.

Der Tod von Alexa sei aber ganz anders zu bewerten. Die Jungbärin sei bis vor Kurzem noch völlig gesund gewesen, am Montag sei es Alexa eigentlich sogar wieder besser gegangen, am Dienstag starb sie jedoch. Fröhlich: „Wir haben uns da gar nichts vorzuwerfen, aber das nagt natürlich an mir.“ Es komme leider vor, dass Tiere im Wildpark sterben.

Die Bärenhaltung werde nicht grundsätzlich infrage gestellt, erklärte Wildparkleiter Fröhlich. Ob der Wildpark weiter Bären züchten werde, müsse intern besprochen werden. Man wolle auch die Ergebnisse der Obduktion abwarten.

Stationen zur Bärenhaltung im Wildpark Knüll

2007 wurde das Bären- und Wolfsgehege eröffnet.

2010 sorgten die Bären Onni und Balu für Nachwuchs. Die Geburt der Drillinge Dakota, Luna und Arkas wurde als Sensation gefeiert. Sie leben seit 2012 in Zoos in Eberswalde beziehungsweise Haag in Österreich.

2012 brachte Bärin Onni erneut Drillinge zur Welt. Ein Bärenjunges starb jedoch schon bald, die beiden anderen mussten kurze Zeit später eingeschläfert werden. Das sorgte bei Tierschützern für Proteste. Der Tierschutzbund erstattete Anzeige nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes. Der Vorwurf lautete, die Tiere seien ohne vernünftigen Grund getötet worden. Die Ermittlungen seien bereits im Herbst 2012 eingestellt worden, berichtete Dr. Wolfgang Fröhlich. 

Im Januar 2015 wurde die Bärin Alexa geboren, die jetzt gestorben ist. 

Im April 2016 hatte Alexa für Schlagzeilen gesorgt, weil sie aus ihrem Gehege ausgebüxt war. Es war Alexa gelungen, durch einen schmalen Durchlass in das Wolfsgehege und über Holzbalken auf die Besucherbrücke zu gelangen. Der Ausbruch blieb folgenlos, es kam niemand zu Schaden.

Archivvideo: Alexa auf Abwegen

Hier finden Sie Fotos von der Bären- und Wolfanlage im Wildpark Knüll.

Hier befindet sich der Wildpark Knüll

Quelle: HNA

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