Gunnar Richter stellt in Aue aus

Traurigster documenta-Ort: Künstler besuchten Kloster Breitenau

Hatten in der Gedenkstätte Breitenau in den vergangenen Monaten alle Hände voll zu tun.

Guxhagen. Das Kloster Breitenau aus dem 12. Jahrhundert ist unmittelbar in die documenta 13 eingebunden: Das Gelände mit seiner wechselvollen Geschichte wird zur Quelle der Inspiration.

Mehr als 100 documenta-Künstler aus der ganzen Welt haben die Breitenau in den vergangenen zwei Jahren bereits besucht. Das bestätigte die dort angesiedelte Gedenkstätte auf Anfrage.

Gedenkstättenleiter Dr. Gunnar Richter und pädagogische Mitarbeiterin Annika Hanke führten die Künstler durch die historische Anlage. Zur Sprache kam dabei laut Gedenkstätte die wechselvolle Geschichte des Ortes im 20. Jahrhundert. Sie reicht vom Konzentrationslager über ein Straflager der Geheimen Staatspolizei bis hin zur Nachkriegsnutzung als Erziehungsanstalt für angeblich böse Mädchen.

Die Geschichte der Klosteranlage ist auch eine des Einsperrens und Ausgrenzens. Das aber ist laut Richter ein Thema, das in allen Teilen der Welt eine große Rolle spielt. In der Breitenau könne Kunst dazu beitragen, Bezüge zur Gegenwart herzustellen und Menschen mit der Geschichte zu konfrontieren. „Ich unterstütze das sehr“, sagte Richter, der in der Gedenkstätte bereits seit 1992 eine historisch gestaltete Dauerausstellung mitbetreut.

Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev hatte die Breitenau vor den Toren Kassels den Künstlern ans Herz gelegt. Die Berliner Künstlerin Judith Hopf nannte ihn im Kultur Spiegel den traurigsten Ort der documenta. Sie wird in der Gendenkstätte einen Raum künstlerisch gestalten. Andere Künstler werden die Geschichte des Klosters mit Arbeiten in Kassel aufgreifen. Mit dabei: Gedenkstättenleiter Dr. Gunnar Richter, der neben Geschichte auch Kunst studierte. Der documenta-Künstler wird nach eigenen Angaben eine vor 30 Jahren erstellte Ton-Dia-Reihe zur NS-Geschichte Breitenaus zeigen. Sie stellt unter anderem einen Forschungsprozess dar und war seinerzeit ein Baustein bei der Gründung der Gedenkstätte. (lgr)

Von Lorenz Grugel

Quelle: HNA

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