Immer mehr Menschen setzen auf pflegeleichte Ruhestätten

Trend auf Friedhof geht zum anonymen Grab

Schwalm-Eder. Die Begräbniskultur im Landkreis ändert sich: Die Verwaltungen vieler Städte und Gemeinden stellen zurzeit einen radikalen Wandel fest, der die Friedhofsgestaltung verändern wird.

In Melsungen beispielsweise rollt aktuell eine wahre Einebnungswelle von Gräbern, deren Nutzungszeit noch nicht abgelaufen ist, berichtet Karola Schwarz von der Friedhofsverwaltung. Grund sei meist die kosten- und zeitintensive Pflege: Junge Angehörige lebten oft in weit entfernten Städten, andere sähen sich aus Altersgründen nicht mehr in der Lage, ein Grab zu pflegen.

Die Stadt Melsungen kommt dem Wunsch nach Einebnung nach. Sie will den Angehörigen entgegenkommen und deshalb nicht an alten Strukturen festhalten, sagt Karola Schwarz. Auch in Schwalmstadt können Angehörige das Nutzungsrecht an einem Grab aufgeben und es einebnen lassen, sagt Dirk Herter von der Friedhofsverwaltung.

Die Stadt dürfe es zwar vor Ablauf von 30 Jahren nicht neu belegen, doch komme sie dem Wunsch der Angehörigen nach. Dasselbe gilt für Fritzlar: Gräber würden zwar nicht im ersten Drittel ihrer 30-jährigen Nutzungszeit entfernt, später aber schon, sagt Volker Feige vom Ordnungsamt. In Homberg und in Wabern dagegen wird bei Erdbestattungen die Ruhezeit von 30 Jahren eingehalten.

„Ein Grab ist vielen als Erinnerungsstätte wichtig“, sagt Waberns Büroleiter Claus Steinmetz. Der Trend gehe klar zur Urnenbestattung: Kleinere Gräber reduzierten den Pflegeaufwand, der aber auf dem Dorf noch einen hohen Stellenwert habe.

In Homberg biete man allen, die ihre Angehörigen nicht über 30 Jahre hinweg in Sachen Grabpflege in die Pflicht nehmen wollten, ein Rasengrab als pflegeleichte Lösung an, sagte Helmut Wagner vom Ordnungsamt. Eine Alternative, für die sich immer Menschen entschieden.

Quelle: HNA

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