Abitur: Der Trend geht zur längeren Schulzeit

Schwalm-Eder. Eltern und Schüler im Schwalm-Eder-Kreis setzen auf G9, die längere Schulzeit bis zum Abitur. Diese Tendenz lässt sich an den prognostizierten Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen ablesen.

In den kooperativen Gesamtschulen, die G9 anbieten, sind im aktuellen Jahrgang 113 Schüler angemeldet, im kommenden Schuljahr werden es nach Prognosen 126 sein, sagte Rainer Walenzik, Leitender Schulamtsdirektor in Fritzlar, auf HNA-Anfrage.

In den Gymnasien, die die kürzere Schulzeit G8 anbieten müssen, ist der Trend gegenläufig. 382 Anmeldungen im laufenden Schuljahr stehen 355 in der Prognose gegenüber.

„Es gibt eine Tendenz, von der die Gesamtschulen deutlich profitieren“, sagte Walenzik. Er glaube dennoch nicht, dass G8 wieder abgeschafft werde. Gründe für die Einführung seien gewesen, dass im europäischen Vergleich die Deutschen zu spät studierten und in den Beruf gingen.

Walenzik räumte ein, dass es anfänglich Schwierigkeiten gegeben habe: „Die Einführung ist sicher nicht optimal gelaufen.“

So sei das neue Kerncurriculum - der übergreifende Lehrplan - erst nach der Einführung von G8 verabschiedet worden, den die Schulen dann noch ihren Bedürfnissen anpassen mussten. Inzwischen habe es sich aber gut eingespielt.

Das Fritzlarer Gymnasium König-Heinrich-Schule hatte in den vergangenen drei Jahren einen Verlust von einem Drittel bei den Neuanmeldungen, schätzt Schulleiter Dr. Ulrich von Nathusius. Zum Glück gelinge es, Schüler nach der Mittleren Reife für die Oberstufe zu gewinnen und so ein breites Angebot zu erhalten. Nathusius glaubt: „Die Zahlen werden die Landesregierung beeindrucken.“ Er hoffe, dass es mit der neuen Kultusministerin Veränderungen gebe, sodass Gymnasien bald G8 und G9 anbieten dürften.

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Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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