Geländer bietet keinen Halt

Treppenaufgang zum Spangenberger Schloss ist marode

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Keine Einladung zum Schlossaufgang: Die Treppe von der Bundesstraße zum Spangenberger Schloss ist marode. Darüber ärgert sich Johannes Luckhardt.

Spangenberg. Wer die Treppe zum Spangenberger Schloss hoch geht, kann nicht nur im Dunkeln stolpern. Selbst bei Tageslicht ist der Gang eine Herausforderung. Die zum Teil jahrhundertealten Steine auf den buckligen Podesten machen zwar den Charme des Aufgangs aus.

Mit einem stabilen Treppengeländer wäre dieser Charme aber besser zu genießen. Das findet zumindest Johannes Luckhardt. Der gebürtige Spangenberger ist schon als Kind die Stufen zum Schloss hinaufgelaufen. Später, in den 1950er-Jahren, in seiner Dienstzeit als Postbote ebenfalls. Damals wohnte noch eine Familie im Wachhäuschen.

Seit Jahren ärgert sich der heute 76-Jährige über den verwahrlosten Zustand des Treppenaufgangs. Deshalb hat er mit seiner Frau im vergangenen Jahr an drei Nachmittagen den Treppenaufgang zum Schloss freigeschaufelt. "Dort lag verrottetes Laub 15 Zentimeter hoch", berichtet Luckhardt, "das sah aus wie eine Ackerfläche." Den Hang hat er mit der Sense gemäht, Büsche und Dornengestrüpp sind vorerst verschwunden, das Laub der alten Kastanienbäume hat Luckhardt vom Weg gefegt.

Für das Treppengeländer wird hingegen größeres Gerät benötigt, denn es muss saniert werden. Schon seit Jahren bietet das Geländer keinen Halt mehr: Einige Stützbalken sind umgefallen. "Die müssen neu einbetoniert werden", sagt Luckhardt. Der Fußgänger-Aufgang zum Schloss ist rund 800 Meter lang: Rund 200 Meter, bis zum Querweg, gehören der Stadt, der Rest ist Eigentum des Landes Hessen.

Das sagt Spangenbergs Bürgermeister Peter Tigges zu dem schadhaften Treppenaufgang:

"Wir müssen abwarten, was mit dem Schloss passiert." Seit Jahren wird ein neuer Pächter gesucht: Zum Ende 2009 wurde der Pachtvertrag von den damaligen Pächtern gekündigt. Die Suche hat das Hessische Immobilienmanagement mit Sitz in Wiesbaden übernommen. "Sobald es einen neuen Pächter gibt, muss ein Gesamtkonzept erstellt werden", sagt Tigges, "und dann muss auch der Weg gemacht werden."

Die Fußgänger werden solange mit einem Schild auf den maroden Gehweg hingewiesen: Vorsicht Sturzgefahr - Betreten auf eigene Gefahr.

Auch die Hinweistafel am Fuß der Treppe hat schon bessere Zeiten gesehen. Dort sind die historischen Daten des Schlosses in Frakturschrift vermerkt - eigentlich ein Hingucker für jeden Besucher, ja selbst für vorbeifahrende Autofahrer. Wenn da nicht schon die Farbe abblättern würde und ab 1567 nur noch die Hälfte zu lesen wäre. Eine zeitliche Erneuerung würde der Tafel auch gut stehen, schließlich endet dort die Geschichte des Schlosses im Jahr 1985.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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