Mann griff Zugpersonal an

Er schlug ohne Vorwarnung zu: 23-Jähriger wegen Körperverletzung verurteilt

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Treysa. Weil er im vergangenen Dezember einen Zugführer und eine Zugbegleiterin angegriffen hatte, musste sich ein 23-jähriger Arbeitssuchender jetzt wegen Körperverletzung verantworten.

Die Zeugenaussagen waren eindeutig und ließen an der Schuld des Angeklagten keinen Zweifel. Der Mann wurde am Ende zu 600 Euro Geldstrafe verurteilt.

Es sollte ein Prozess mit Pausen werden. Sowohl der als Hauptzeuge geladene Zugführer wie auch die 41-jährige Kollegin, hatte den Verhandlungstermin nach eigenen Angaben vergessen und waren nicht vor Gericht erschienen. Erst nach einem Erinnerungsanruf machte sich wenigstens die Zugbegleiterin auf den Weg und betrat mit einstündiger Verspätung den Saal. Dem Zugführer telefonierte der Richter vergeblich hinterher. Die Quittung folgte auf dem Fuß: Seine Vergesslichkeit brachte dem Mann eine empfindliche Ordnungsstrafe ein. „Termin vergessen ist keine Entschuldigung“, betonte der Staatsanwalt.

Der Angeklagte wirkte vor und während der Verhandlung aufgekratzt und ließ teilweise den Respekt vor dem Gericht und dem Vertreter der Anklage vermissen. Laut Staatsanwalt hatte der 23-Jährige am Treysaer Busbahnhof völlig überraschend einem im Dienst befindlichen Zugführer der Landesbahn attackiert und verletzt. Als eine Kollegin dem Mann zur Hilfe eilen wollte, bekam die Frau ebenfalls einige Schläge ab.

Täter und Angegriffener "hingen aufeinander wie Terrier“

Es habe damals einen starken Menschenauflauf gegeben, erinnerte sich ein 46-jähriger Zeuge: „Ich habe mich dann zu der Rangelei begeben, die beiden gepackt und auseinandergerissen.“ Der Täter sei sehr emotional gewesen, so der 46-jährige Bahnbedienstete weiter: „Sie hingen aufeinander wie Terrier.“

Nach der Zeugenaussage des 46-Jährigen versuchte sich der Angeklagte, zu erklären. Grund für den Streit sei das unangemessene Verhalten des Zugführers gegenüber einer Bekannten gewesen, so der 23-Jährige: „Ich wollte nur mit ihm reden. Er hat mich weggeschickt und dann ging das Gerangel los.“

Die 41-jährige Zugbegleiterin berichtete dem Gericht detailliert von dem Vorfall. Der Angeklagte habe ihren Kollegen gepackt und an den wartenden Bus gedrückt, so die Frau: „Ich schrie, dass er aufhören solle. Die hätten sich gegenseitig fast erwürgt.“ Ihr Kollege habe auch einen gezielten Faustschlag abbekommen, meinte die Zeugin auf Nachfrage des Staatsanwalts.

Der Täter entschuldigte sich

Seine Tat sei falsch gewesen, erklärte der Angeklagte vor der Urteilsverkündung und entschuldigte sich: „Das hätten wir mit Wörtern regeln müssen.“

Da der 23-Jährige nur zwei Monate vor der angeklagten Tat schon einmal wegen Körperverletzung verurteilt worden war, nahm der Staatsanwalt den 23-Jährigen trotz glaubhaft gezeigter Reue eindringlich ins Gebet: „Schläger brauchen wir nicht, die gehören weggesperrt.“

Auch der Richter stellte klar, dass es zukünftig bei ähnlichen Vorfällen auch eine Gefängnisstrafe geben könne: „Wenn Sie das nicht wollen, sollte zukünftig nichts mehr passieren.“

Quelle: HNA

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