Sechs Jugendliche aus dem Altkreis wegen nächtlicher Diebstahlserie vor Gericht

Treysa: Bande nimmt Urteil gelassen hin

Treysa. Sechs Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren aus dem Altkreis Ziegenhain mussten sich wegen sechsfachem gemeinschaftlichen Einbruchs und Diebstahls vor dem Jugendschöffengericht in Treysa verantworten. Die Angeklagten waren geständig.

Der 19-jährige Hauptangeklagte stand zusätzlich wegen fünf allein verübten Einbrüchen vor Gericht.

Die Gruppe wurde beschuldigt, fünf der sechs Taten in einer Nacht im Oktober 2010 begangen zu haben. Dazu gehörte ein Einbruch in ein Firmengebäude, bei dem 500 Schweizer Franken und mehrere Flaschen Alkohol erbeutet wurden. Weiterhin brach die Bande ein Auto auf und stahl daraus 50 Euro. Aus einem Bauwagen klauten sie einen Laptop, eine Musikanlage und ein Sparschwein. Ein weiteres Gebäude verließ die Gruppe ohne Diebesgut, das Haus stand leer.

Ferner stahlen sie zwölf Kästen Bier aus einer Garage. Drei der Angeklagten gestanden, in ein Kleidungsgeschäft eingebrochen zu haben. Der Hauptangeklagte gab weitere Straftaten zu: So erbeutete er zwei Digitalkameras und Kaffee aus einem Kindergarten und einige Lebensmittel aus zwei Kellern. In einem Sarglager stahl er einen Schlüsselbund für ein Gemeindehaus.

Der Staatsanwalt warf einem Teil der Gruppe vor, dort mithilfe des Schlüssels 300 Euro und weitere Schlüssel im Wert von 100 Euro gestohlen zu haben. Die Angeklagten sagten aus, vor der Einbruchsserie getrunken zu haben. "Es war schon ein komisches Gefühl, aber Angst oder ein schlechtes Gewissen hatte ich nicht", sagte eine der Angeklagten. Das sei erst nach den Einbrüchen gekommen. Einem 15-jährigen wurde zusätzlich vorgeworfen, ohne Führerschein einen Autounfall verursacht und sich danach unerlaubt vom Unfallort entfernt zu haben.

Dabei entstand ein Sachschaden von über 2000 Euro. Er gab an, oft übermäßig viel Alkohol getrunken zu haben. "Merkel würde auch stehlen" Der Hauptangeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung und 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Sein Urteil kommentierte der 19-Jährige mit den Worten "Wenn Bundeskanzlerin Merkel in meiner Situation wäre, würde sie auch stehlen". Der Richter hielt ihm entgegen, dass es sich bei den Einbrüchen nicht um "Notkriminalität" gehandelt habe, sondern um Gedankenlosigkeit und Abenteuerlust. Zwei der Jugendlichen wurden zu 60 Arbeitsstunden und vier Tagen Arrest verurteilt, der 15-jährige Unfallfahrer zu zwei Wochen Arrest und mindestens drei Beratungsgesprächen bei der Suchthilfe.

Letzter nahm das Urteil gelangweilt hin. Er hatte die Hände in den Hosentaschen. Der Richter ermahnte ihn zum angemessenen Verhalten. Ein 17-jähriger muss 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, er hatte im Vorfeld bereits 110 Stunden freiwillig gearbeitet. Ein 16-jähriger sitzt vier Wochen in Jugendarrest. (sal)

Quelle: HNA

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