Kosten von knapp fünf Millionen Euro

Schwalmstädter plant Fitnessstudio und Saunawelt am Europabad in Treysa

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Björn Diehl: Der 27-jährige Sport- und Fitnesskaufmann sowie Fachsportlehrer will mit seinem Studio Athletic Gym an Europabad andocken. 

Björn Diehl will mit seinem Studio Athletic Gym an das Europabad an Treysa andocken. Das Naturlehrgebiet soll laut den Plänen des Sport- und Fitnesskaufmannes überwiegend erhalten bleiben. 

Eingebettet in nur einen Teil des Naturlehrgebiets (NLG) Treysa möchte Björn Diehl sein Projekt nun allein entwickeln, ohne die Verknüpfung mit einem Hotel. Seine Ideen hat er städtischen Gremien bereits vorgestellt.

„Sport- und Fitness-Campus Schwalm-Eder“ ist der Arbeitstitel. Diehl betonte in einer Präsentation im Rathaus Ziegenhain vor dem Bauausschuss, dass das Lehrgebiet dabei erhalten bleibe beziehungsweise nur ein Stück, die Streuobstwiese, als Fläche benötigt werde.

Diehl will nicht nur sein Studio „Athletic Gym“, bislang Allensteiner Straße Treysa, verlegen. Er will eine Erlebnissaunawelt sowie Gastro- und Beautybereiche andocken.

Für sein Konzept, für das es auch schon mehrere konkrete Partner vor allem aus der örtlichen Gastronomie gebe, sei die Lage ganz entscheidend, sagte Diehl den Ausschussmitgliedern. Das Europabad soll in seine Pläne voll eingebunden werden, und auch die Nähe des Schwalmstadions sei sehr wichtig, um Schüler, Vereine sowie weitere Jugendliche und Flüchtlinge anzusprechen und durch Sport integrieren zu können.

An eine Zusammenarbeit sei zudem mit örtlichen Unternehmen und sogar Sportärzten und Sporttherapeuten ist gedacht. Nach Diehls Plänen würde ein Baugrund von rund 1400 Quadratmetern gebraucht für eine zweigeschossige Bebauung. Den Saunabereich möchte er direkt am Hallenbad anbauen, neben einer Freiterrasse soll dort auch ein Außenschwimmbecken in Edelstahl realisiert werden, außerdem ein Naturschwimmteich.

Die neue wirtschaftliche und touristische Attraktion solle optisch gut ins gewachsene Naturlehrgebiet integriert werden. „Ich bin für den Erhalt des Naturlehrgebietes“, unterstrich Diehl gegenüber der HNA. Mit der Interessensgemeinschaft NLG und der Waschbärenbande gab es ausführliche Gespräche. An eine Kinderbetreuung und die Anlage eines attraktiven Spielplatzes ist gedacht. Auf die konkrete lokalpolitische Entscheidungsebene wird das Projekt aber erst im neuen Jahr kommen.

Innerhalb des Eurobades sollte eine Modernisierung insbesondere der Umkleidebereiche stattfinden und damit die Attraktivität des Bades gesteigert werden. Im Schwimmbadmetier will Diehl mit dem Neustädter Unternehmer Alexander Schmeh kooperieren, einem Spezialisten für Betrieb und Technik von Bädern, der Zweckverband Europabad bleibt aber Eigentümer des Bades. 

Das Naturlehrgebiet im Spätherbst: Auch in dieser Jahreszeit präsentiert es sich grün und bunt. Die Interessensgemeinschaft will grundsätzlich den Erhalt.  

Mit dem Sender-Empfänger-System RFID soll die individuelle Abrechnung zur jeweiligen Bereichsnutzung dargestellt werden. Diehl betonte vor den Ausschüssen, dass ihm der Nachhaltigkeitsgedanke sehr wichtig sei. Dabei denkt der Unternehmer groß, mehrere Dutzend Arbeitsplätze sollen einmal insgesamt geschaffen werden, sehr konkret ist allerdings noch nichts.

Für die CDU zeigte sich Marcus Theis aber durchaus angetan von der Präsentation, Dr. Jochen Riege (Grüne) sagte, es bestehe noch Klärungsbedarf wegen der angestrebten Erbbaupacht.

Diehl nannte die Summe von 4,5 Mio. bis 5 Mio. Euro als Gesamtinvestitionssumme, an eine Eröffnung 2020 ist gedacht. Zugleich sicherte er zu, dass der bloße Eintritt ins Hallenbad nicht teurer werden würde.

Verzahnung sinnvoll

Laut Vizelandrat Jürgen Kaufmann, zugleich Vorsitzender des Zweckverbandes Europabad, sind noch viele Details zu klären, doch abgeneigt sei der Verband aus Kreis und Stadt nicht. Es sei festzuhalten, dass das Bad der definierten Grundversorgung für den Altkreis dient, gegen eine „sinnvolle Verzahnung“ spreche nichts, wenn das Konzept in Schwalmstadt gewünscht werde. Allerdings müsse noch eine Reihe von Fragen geklärt werden.

IG Naturlehrgebiet will Erhalt

Die Interessengemeinschaft Naturlehrgebiet, die sich seit diesem Sommer regelmäßig trifft, ist weiterhin dafür, dass es erhalten wird. „Wir begrüßen aber sehr, dass vonseiten des neuen Investors hier Transparenz gezeigt und Gesprächsbereitschaft angeboten wird“, kommentiert Susanne Svoboda. 

Es sei erfreulich, dass der Kernbereich des Geländes nach diesen Plänen in seiner jetzigen Form erhalten bliebe, doch seien noch viele Gespräche nötig, möglichst auch eine Bürgerversammlung. Von der Stadt erwarte man eine grundsätzliche Zusage, dass das NLG erhalten bleiben soll.

Quelle: HNA

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