Müllfrust statt Radellust bei Stadt und Radfahrern

Treysa kämpft mit Vandalismus und Unrat am Bahnradweg

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Kein repräsentativer Anblick

Treysa. Der Einstieg in den Bahnradweg im Rotkäppchenland in Treysa ist schwer auffindbar und vermüllt. Lösungen gegen den grassierenden Vandalismus zeichnen sich allerdings kaum ab.

Scherben, Zigarettenkippen, Müll und Unrat, demolierte Mülleimer und mittlerweile demontierte Hinweisschilder – so präsentiert sich seit Längerem der Einstieg mit Sitzgruppe zum 36 Kilometer langen Radweg auf dem Haaße-Hügel in Treysa (Schwalm-Eder-Kreis). Für das Vorzeigeobjekt Bahnradweg im Rotkäppchenland ein mehr als unrühmlicher Anblick. 

Das Thema beschäftigt Mitglieder der ADFC-Ortsgruppe Schwalmstadt aber auch andere schon länger, so der Radverkehrsbeauftragte der Stadt Ulrich Wüstenhagen. Das Problem sei bereits im Radverkehrsbeirat angesprochen worden. Eine Lösung gebe es bisher nicht. Die Vorschläge reichten von der Verlegung der Sitzgruppe bis hin zu regelmäßiger Entleerung der Abfallbehälter und Reinigung der Flächen an der Einstiegsstelle. „Ich denke, Letzteres wäre das Gebot der Stunde – unabhängig von möglichen weiteren Aktivitäten“, sagt Wüstenhagen. Guido Hahn (ADFC) berichtet, das Thema ebenfalls in den Ortsbeirat eingebracht zu haben. 

Nicht nur der Müll treibt Radfahrer und Anwohner um – die Sitzgruppe ist an Wochenenden regelmäßiger Treffpunkt zum Feiern. Dabei geht es nicht nur häufig laut zu, bei den Gelagen wird auch zerstört: Pfosten aus der Erde gerissen, Mülleimer demoliert, Schilder umgeknickt, Sitzmöbel beschmiert. Freiwillige hätten bereits häufiger aufgeräumt, erzählt ADFC-Mitglied Susanne Klippert. Die Aktionen seien aber nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. 

Sind regelmäßig auf dem Bahnradweg unterwegs: von links Schwalmstadts Radverkehrsbeauftragter Ulrich Wüstenhagen sowie die Mitglieder der ADFC-Ortsgruppe Guido Hahn, Susanne Klippert und Uwe Molis. Sie ärgern sich, dass der Rastplatz am Radweg in Treysa Treffpunkt für Saufgelage ist.

„Entlang des gesamten Radweges liegt hier am Haaße-Hügel eindeutig der Schwerpunkt“, bestätigt der Radverkehrsbeauftragte, der sich nun auch um die neue Radstätte in Ziegenhain sorgt, die heute eröffnet wird. „Erleidet sie dasselbe Schicksal, wird es richtig teuer.“ Eine weitere Idee sei eine Videoüberwachung am Hügel: „Möglicherweise setzt das die Schwelle deutlich höher, sich an Gemeingut zu vergreifen. Das würde allerdings voraussetzen, dass dann zeitnah eine Polizeistreife vorbeikommt.“ 

Grundsätzlich wünscht sich Wüstenhagen eine Entwicklung des Haaße-Hügels. Er müsse attraktiver gestaltet werden. Mit der Frequentierung des Radweges bisher könne man nämlich sehr zufrieden sein. „Die touristische Vermarktung ist noch ausbaufähig. Unser Radweg ist im Vergleich zu anderen in Deutschland sehr hochwertig“, so die ADFC-Mitglieder. 

Als äußerst kritische Gefahrenstelle schätzt ADFC-Mitglied Susanne Klippert die Situation in der Ascheröder Straße in Treysa ein. „Es gibt keine Abbiegespur auf den Haaße-Hügel. Bei regem Verkehr kann es passieren, dass Radfahrer mitten auf der Straße zwischen beidseitigem Verkehrsfluss warten müssen“, erläutert sie. Das sei für sportliche Fahrer kein Problem, wohl aber für Ältere und besonders für Kinder.

Quelle: HNA

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