Kampf den Hassparolen

Kampf den Hassparolen: Schüler der Schule im Ostergrund in Treysa zeigen Ergebnisse von „Putzen gegen Rechts“

Einen anderen Blick: Die Schüler sehen ihre Stadt jetzt mit anderen Augen, die offener sind für rechte Schmierereien (von links) Carina Ohl (14), Laura Schneider (16), Carina Schmidt und Robine Bender (16). Fotos: 1 Nickoll/privat

Treysa. Schüler der Schule im Ostergrund setzten ein Zeichen gegen Rechts: Sie verwandelten Hakenkreuze in grüne Herzen. Das Ergebnis ihrer Putzaktion und die künstlerische Auseinandersetzung mit Rechtsradikalismus präsentieren sie ab heute in der Schule.

Zusammen mit der Berliner Aktivistin für Menschenrechte Irmela Mensah-Schramm waren sie im November zwei Stunden in Treysa unterwegs gewesen, um rechte Schmierereien zu entfernen.

Die Bilanz: zehn rechte Symbole oder Sprüche, mit Edding geschrieben oder als Aufkleber, die sie mit Spraydosen grün übersprühten, abkratzten und mit Nagellackentferner weggewischten.

„Wir waren überrascht, dass wir so viele gefunden haben. Sonst achtet man nicht so darauf“, sagte die 16-jährige Laura Schneider. Hinterher haben die Schüler angeregt, eine Ausstellung zum Thema zu entwickeln. Mensah-Schramm stellte den Schülern zudem ihre Wanderausstellung „Hass vernichtet“ zur Verfügung. Bisher wurde diese Ausstellung 350 Mal im In- und Ausland gezeigt. Die Künstlerin ist seit 30 Jahren in deutschen und europäischen Städten auf der Jagd nach rechten Botschaften in Innenstädten. Teilweise subtil, teilweise offensichtlich, zeigt sich der Rassismus auf ihren Fotos und Collagen.

Rechte Propaganda entfernen: (von links) Irmela Mensah-Schramm, Dr. Gerald Näser und Sibahn Yousef (17) in Treysa.

15 Haupt- und Realschüler, die in der Schülervertretung sind, haben die Putzaktion fotografiert und am Nachmittag nach Unterrichtsende ihre Freizeit damit verbracht, die Ausstellung zu bestücken. Die Vorgeschichte: „Bei einem Vortrag hat sie uns erzählt, was siemacht. Dann sind wir in die Stadt gegangen und haben rechtsextreme Symbole entfernt“, sagte Sibahn Yousef. Der 17-Jährige wird die Ausstellung mit zwei weiteren Schülerinnen vorstellen.

Die Idee für das Projekt mit der Aktivistin für Menschenrechte aus Berlin hatten die Schüler bei einem Vortrag in der Gedenkstätte Trutzhain. Dort haben die Schüler sie kennengelernt. „Die Sympathie hat auf beiden Seiten sofort gestimmt“, sagte Lehrerin Ellena Martin. „Die Schüler waren schockiert und fasziniert zugleich von Mensah-Schramm.“

Von Nina Nickoll 

• Vom heutigen Mittwoch an ist die Austellung „Putzen gegen Rechts“ zwei Wochen lang in der Schule im Ostergrund, Siebenbürgener Weg 23 zu sehen.

Quelle: HNA

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