25 Jahre auf der Bühne

Treysaer Karnevalsgruppe Egadis feiert jeckes Jubiläum

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Im vergangenen Karneval: Die Gruppe Egadis erzählte die Geschichte eines kleinen Vogels, der anders ist als alle seine Artgenossen. 

Treysa. Die ehemaligen Gardistinnen zeigen auf der Bühne eine Mischung aus karnevalstypischen Showtanz und einem Musical. 

Was machen Frauen, deren Herz voll und ganz für den Karneval schlägt, wenn sie nicht mehr in der Garde tanzen dürfen? "Da ist mit der Heirat Schluss", erklärt Silvia Willer. Sie ist das einzig verbliebene Gründungsmitglied von Egadis – das steht für "ehemalige Gardistinnen" – einer Art Auffanggruppe, die vor fast 25 Jahren im Verein Karnevals-Komitee der Liedertafel Treysa (KKdLT) entstanden ist. In dieser Saison wird sie ihr Jubiläum feiern.

Beim Karneval 1993/94 bestand Egadis aus zwölf ehemaligen Gardistinnen. Mittlerweile können alle beitreten, die Spaß am Tanzen haben – und an allem, was zur Vorbereitung der Auftritte noch dazu gehört. Die haben früher ungefähr drei Minuten gedauert, mittlerweile ist es eine Viertelstunde. Der typische Showtanz ist kurzen Musicals gewichen, in denen eine Geschichte erzählt wird.

Darauf arbeiten die Mitglieder monatelang hin. Nach dem Karneval ist für sie vor dem Karneval: Am Freitag nach Aschermittwoch setzen sich die Mitglieder zusammen, um die nächste Saison zu planen. Im September beginnt dann das Training, dreimal pro Woche.

Brigitta Aringer, die die Gruppe seit 2005 leitet, kennt die verschiedenen Phasen des Trainings mittlerweile sehr gut: "Die erste Phase ist der Enthusiasmus, wenn wir etwas entdecken, das uns gefällt. Danach kommt die Verzweiflung, wenn die Schritte doch schwieriger sind, als sie aussahen. Sobald die ersten fünf Schritte funktionieren, folgt vorsichtiger Optimismus, und schließlich ist die Euphorie wieder da, wenn doch alles klappt."

Im Jahr der Gründung: Die ehemaligen Gardistinnen in der Karnevalssaison 1993/94.

Die Show für diese Saison steht, und doch müsse die verbleibende Zeit bis zu den Auftritten gut genutzt werden, sagt Aringer. 15 Frauen und ein Mann zwischen 18 und 56 Jahren werden unter dem Motto "Die Egadis sind westlich des Mississipi" auf der Bühne stehen, mit einer Mischung aus dem Schuh des Manitu und Footloose. Beim einen haben den Mitgliedern die Kostüme sehr gut gefallen, beim anderen die Tänze. Sie müssen dafür verschiedene Stile lernen, von HipHop bis LineDance. Beim Gardetanz, aus dem die meisten kommen, gibt es einen durchgehenden Rhythmus. Jetzt gibt es Wechsel, die so manche Tänzerin vor eine Herausforderung stellen. Bis Februar sollen alle Schritte sitzen. Genau wie die Kostüme, die in Handarbeit maßgeschneidert werden, vor allem von Brigitta Aringer, die aber von den anderen unterstützt wird.

Die Mitglieder der Gruppe wissen, dass sich ihre Arbeit gelohnt hat, wenn sie bei den Prunksitzungen auf der Bühne stehen. Das sei ein gutes Gefühl, sagt Willer: "Man denkt immer, dass man das nicht mehr steigern kann und im nächsten Jahr geht es dann doch."

Quelle: HNA

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