1969 absolvierte er seinen ersten Marathon

Treysaer ist seit 50 Jahren Leistungssportler aus Leidenschaft

Das ist sein 150. Paar Sportschuhe: Joachim Bauer (65) aus Treysa hat in 50 Jahren Leistungssport etliche verschlissen. Foto: Rose

Schwalmstadt. Joachim Bauer läuft. Und läuft. Und läuft. Allein im Training hat der Treysaer in den vergangenen 50 Jahren 326.000 Kilometer zurück gelegt.

Ans Aufhören denkt der 65-jährige Leistungssportler noch lange nicht. Warum auch?

Bauer blieb von Verletzungen verschont. „In 50 Jahren habe ich nicht mehr als 20 Tage am Stück mit dem Training ausgesetzt, dann hatte ich Erkältung oder Grippe.“

Zum Leistungssport kam der Berufsschullehrer 1964. „Dabei mochte ich den Schulsport nie besonders. In Leichtathletik hatte ich zwar eine 1, im Geräteturnen aber immer eine 3“, erzählt er.

Anfänglich trainiert ihn der damalige Trainer beim ESV Jahn Bernd Albrecht. Schnell war klar: Bauer hat Ausdauer, war eher für längere Strecken geeignet. 1969 absolvierte er seinen ersten Marathon, Zeit drei Stunden und 13 Minuten. Im selben Jahr unterbot er sich in Husum und schaffte den Marathon unter drei Stunden. „Ohne ein marathonspezifisches Training“, betont Bauer.

Zur selben Zeit war Bauer Sportsoldat in Warendorf (Nordrhein-Westfalen). Vom ehemaligen DLV-Marathontrainer erhielt der junge Sportler Trainigspläne per Post. Bauers Ehrgeiz wuchs: Von 1971 bis ‘76 wurde er von Peter Axt, einem Langstreckenläufer der Spitzenklasse, in Petersberg (Landkreis Fulda) trainiert. Tipps erhielt der Treysaer vom DLV-Marathon-Bundestrainer Walter Weba, in Form von telefonischer Trainingsberatung. Zudem absolvierte Bauer ein Studium der Sozialpädagogik, später hängte er noch Lehramt für Berufliche Schulen dran.

„Ich bin ein Morgenmuffel“, gibt der 65-Jährige zu. Das hätten später auch seine Schüler ausbaden müssen. Das zeichnete sich auch im Training ab: „Ich konnte erst ab 11 Uhr gute Leistungen bringen“, erzählt er. Bis zu zehn Trainingseinheiten standen pro Woche auf dem Plan. Mit einem wöchentlichen Umfang von bis zu 200 Kilometern. Das zahlte sich aus: Auf Distanzen von 3000, 5000 und 10000 Metern erlief sich Bauer Bestleistungen, ebenfalls auf der 25-Kilometer-Strecke und im Marathon. Da blieb Bauer unter der magischen Zweieinhalb-Stunden-Marke.

Heute sind es immer noch fünf Einheiten. „Ohne Sport würde mir im Leben etwas fehlen.“ Mehr als 150 Paar Laufschuhe hat der 65-Jährige verschlissen, drei pro Jahr.

Ziele hat der 65-Jährige auch heute noch: Im November will er am New-York-Marathon teilnehmen, „drei Monate Vorbereitung reichen“, ist der Treysaer überzeugt. Und damit kennt er sich aus: Denn alle Trainingseinheiten sind in insgesamt 50 Büchern dokumentiert. Einen weiteren großen Wunsch will sich Joachim Bauer in 2017 erfüllen. Dann möchte er an der WM im Gehen in Neuseeland teilnehmen.

Quelle: HNA

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