Begegnungszentrum soll Fritzlarer Quartier attraktiver machen – GWH stellt Wohnung

Da trifft sich das Nordfeld

Das Wohnquartier Nordfeld: Im Mietshaus in der Albertstraße (Wohnung unten rechts) entsteht das neue Begegnungszentrum. So bunt, farbig und vielfältig wie das Logo soll das Angebot sein, das sich im Laufe der Zeit dort entwickeln wird. Foto: ula

Fritzlar. Die altbackene Tapete verschwindet zurzeit unter einer Schicht heller gelber Farbe, Flur und Essdiele der Wohnung im Erdgeschoss des Mietshauses in der Albertstraße 19 strahlen fast von selbst.

Noch ist das geplante Begegnungszentrum für die Bewohner des Quartiers zwischen Albert-, Mariannen- und Alter Kasseler Straße im Fritzlarer Nordfeld eine Baustelle, aber nicht mehr lange: Am Freitag, 28. Januar, soll die Wohnung als „Mach-mit-Treff“ bei einem Tag der offenen Tür vorgestellt werden.

Im Erdgeschoss des Mietshauses, das wie alle anderen Blöcke dort der Wohnungsbaugesellschaft GWH aus Kassel gehört, soll es ab 1. Februar ein vielfältiges Angebot für die Menschen der direkten Umgebung geben, von der Jungschar über eine Bücherei für Kinder bis zu Spielnachmittagen für Senioren und Kursen für gesunde Ernährung.

„Es kann viele Anlässe dafür geben, die Räume zu nutzen“, sagt Dagmar Ruch. Sie ist Sozialpädagogin und bei der GWH beschäftigt. Ihre Befragungen der Menschen im Nordfeld, die sie vor zwei Jahren begann, führten letztlich zu der Erkenntnis, dass dem Wohnquartier ein Ort fehlt, an dem sich die Bewohner treffen könnten. Um das Nordfeld aufzuwerten und für Mieter attraktiver zu gestalten, habe die GWH schon viele Verbesserungen verwirklicht, sagt Ruch. Es gebe jetzt geschlossene Müllbehälter, schönere Spielplätze, eine neue Beleuchtung, um einiges zu nennen. Mehr Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit sei den Mietern besonders wichtig.

Mit dem Mach-mit-Treff wolle man jetzt einen Schritt weiter gehen und habe viele Mitstreiter gefunden, sagt die Sozialpädagogin: die ev. Kirche gehöre dazu, das Diakoniezentrum Hephata, die Arbeiterwohlfahrt und die Sozialstation zum Beispiel.

Die Wohnungsbaugesellschaft hat ihren Obolus entrichtet: Sie stellt die Wohnung kostenlos zur Verfügung, will in den kommenden Wochen noch eine Rampe nach außen vom Balkon zur Grünfläche anbauen.

Pfarrer Dr. Ulrich Bock, der im Nordfeld als Seelsorger tätig ist, sieht in dem neuen Zentrum eine Chance, die Menschen mehr als bisher zusammenzuführen. Aus dem kirchlichen Bereich werden zum Beispiel regelmäßig Jungschartreffen in der Wohnung stattfinden. Mitarbeiter der Sozialstation wollen sich dort treffen und das Café für Demenzkranke einrichten.

Es soll regelmäßig ein Begegnungs-Café geben, offen für jedermann. Dafür ist der große Gemeinschaftsraum geeignet. Daneben wird ein Spielzimmer für Kinder eingerichtet.

In einem weiteren Raum können bei Bedarf Beratungsgespräche stattfinden, auch an Hausaufgabenhilfe ist gedacht, an eine Ehrenamtsbörse. „Vieles ist möglich“, sagt Annemarie Fießler von der Hephata-Wohngruppe, die sich ebenfalls am Programm beteiligen will.

Doch auch sie betont, wie Dr. Bock: „Wir wollen nicht hauptsächlich Sozial- und Beratungsarbeit machen.“ Das Zentrum solle den Menschen die Möglichkeit der Begegnung eröffnen, die es im engen privaten Bereich vielleicht nicht gebe. Sie sollen zu eigenen Aktivitäten ermutigt werden.

Infos im Schaukasten

Was zunächst alles in dem Mach-mit-Treff stattfinden wird, darüber informiert in Kürze ein großer Informationsschaukasten, der vor dem Haus an der Albertstraße aufgestellt werden soll.

„Vieles wird sich noch entwickeln, wir müssen flexibel sein“, sagt Dagmar Ruch. Das hat sie andernorts bei vergleichbaren Projekten ihres Arbeitgebers erlebt. Nicht lange, und die Bewohner des Nordfelds würden ihren neuen Treffpunkt nicht mehr missen wollen. Da ist sie sich ganz sicher.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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