Trockenes Wetter hält Berufs- und ehrenamtliche Gärtner auf Trab

2000 Liter Wasser jede Woche: Bernd Bangert kümmert sich in Neukirchen um die Pflege der städtischen Grünanlagen. Dazu gehören sieben Blumenpyramiden aus Metall, wie hier im Eingangsbereich am Rathaus. Foto: Lammel

Schwalm-Eder. Seit Wochen warten die Gärtner von Städten und Gemeinden vergebens auf anhaltenden Regen. Die Grünanlagen brauchen in der Trockenperiode deutlich mehr Pflege.

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In Schwalmstadt sei es laut Edgar Steuernagel, Leiter des städtischen Bauhofs, notwendig, die Blumen und jungen Bäume dreimal wöchentlich zu gießen. „Je nach Wetterlage muss sonst nur einmal in der Woche gegossen werden“, sagte Steuernagel.

Etwa 20 000 Liter Wasser würden in der trockenen Zeit wöchentlich benötigt, um die Pflanzen ausreichend zu bewässern. „Dafür wird aber kein Trinkwasser verwendet“. Das benötigte Wasser beziehe man aus einem Brunnen am Wasserwerk und aus dem Grundwasser unter dem Becken des Ziegenhainer Freibads. Das sei ressourcenschonend und kostengünstig.

Abgesehen vom Gießen habe sich der Arbeitsaufwand an den Grünflächen durch die Trockenheit aber sogar verringert. „Das Gras wächst mit weniger Wasser natürlich langsamer“, sagte Steuernagel. Dementsprechend müsse seltener gemäht werden.

„Dafür wird aber kein Trinkwasser verwendet.“

In Neukirchen befinden sich zahlreiche Pflanzen in der Frühblüte. „Die Pflanzen bleiben kleiner und gedrungener, weil ihnen das Wasser fehlt“, erklärte Bernd Bangert. Der Gärtner- und Floristmeister im Ruhestand ist in Neukirchen im Auftrag des Vereins Pro Neukirchen für die Pflege der Grünanlagen zuständig. Damit betreut er unter anderem 65 Kübel, 460 Quadratmeter Beete, 55 laufende Meter Balkonkästen und sieben große Blumenpyramiden.

Momentan müssten die Neukirchener Pflanzen mindestens zwei bis drei Mal wöchentlich mit insgesamt etwa 2000 Litern Wasser gegossen werden. „Der zwischenzeitliche Regen hat nicht ausgereicht, um die Pflanzen zu versorgen“, sagte Bangert. Nach so viel Sonne könne der Regen kaum durch die trockene Erdschicht zu den Wurzeln vordringen. „Wir bräuchten einen über mehrere Tage andauernden Landregen, damit das Wasser versickern kann.“

In diesen Tagen sollen zwischen 2500 und 2700 Sommerpflanzen dazukommen. „Dadurch verdoppelt sich dann die benötigte Wassermenge“, sagte Bangert. 150 000 Liter Wasser seien im vergangenen Jahr zum Bewässern der Blumen gebraucht worden. „Im letzten Sommer gab es einen Zeitraum von 32 Tagen, in dem die Pflanzen täglich gegossen werden mussten“, erinnerte sich Bangert.

In Oberaula kümmert sich der „Arbeitskreis Schönes Oberaula“ ehrenamtlich um die Pflege der Pflanzen. „Wir waren täglich zwischen 45 und 60 Minuten unterwegs“, erklärte Klaus Baschnagel vom Arbeitskreis. 80 bis 100 Liter Wasser seien benötigt worden, um die Pflanzen zu versorgen. Dabei habe man improvisieren müssen: „Wir beladen dann einen Kombi mit sechs bis sieben Gießkannen voll Wasser und fahren die einzelnen Beete und Blumenkästen ab.“

Quelle: HNA

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