Friseursalons können wieder öffnen

Trotz Öffnung: Friseure machen durch Corona-Auflagen deutlich weniger Umsatz

Friseure dürfen ihre Läden wieder öffnen. So auch der Friseursalon Trend Cutter von Benjamin Reps in Melsungen (rechts).
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Friseure dürfen ihre Läden wieder öffnen. So auch der Friseursalon Trend Cutter von Benjamin Reps in Melsungen (rechts).

Seit gestern dürfen Friseursalons wieder öffnen. Der Ansturm auf die Termine ist seit Bekanntwerden der Öffnung riesig.

Melsungen – Dementsprechend stressig war auch gestern der erste Tag in den Salons im Kreisteil Melsungen. „Und die Kunden sind alle sehr sehr dankbar“, sagt beispielsweise Sandra Schlitzberger, die in Felsberg den Salon Reine Kopfsache betreibt. Jedoch sei es auch sehr anstrengend, jetzt von null auf 100 wieder loszulegen. „Aber jetzt muss ja das ganze Geld wieder reinkommen, was wir während der Schließung verloren haben.“ Drei Kunden und zwei Frisöre können sich in ihrem Salon nach der neuen zehn-Quadratmeter-Regel gleichzeitig aufhalten. „Ich will mir auch jetzt gar keine Gedanken darüber machen, ob wir vielleicht bald wieder schließen müssen“, sagt Schlitzberger. „Wenn es so kommt, kann ich es sowieso nicht ändern.“

Benjamin Reps arbeitet auch noch die vielen Anmeldungen ab. Der Inhaber des Friseursalons Trendcutter in Melsungen ist zwar froh über die Öffnung, rechnet aber auch vor, dass er bestenfalls bei 50 Prozent Umsatz landet. Zu den Abstands- und Hygieneregeln ist neu die Quadratmeterbeschränkung hinzugekommen. Seine fünf Angestellten können nicht wie sonst an bis zu sieben Plätzen arbeiten, sondern nur an drei. Außerdem plane er deutlich mehr Luft zwischen den Terminen ein, um wartende Kunden im oder vor dem Laden möglichst zu vermeiden.

Friseursalons öffnen wieder: Hilfen seien noch nicht angekommen

Auch die Mitarbeiter müssten häufiger mal an die frische Luft. In den kommenden Wochen werde er an sechs Tagen in der Woche geöffnet haben, um das Kundenaufkommen etwas aufzufangen. „Wir sind aber noch lange nicht über den Berg“, sagt Reps. Seine Mitarbeiter sind seit Monaten in Kurzarbeit, für seinen Verdienstausfall gebe es keine Unterstützung. Aber auch die anderen staatlichen Hilfen seien noch nicht geflossen. Falls er in den kommenden Monaten weiterhin nur 50 Prozent Umsatz mache, werde es sehr eng. Die Kosten liefen ja auch mit 100 Prozent weiter, sagt der 41-Jährige.

Das bestätigt auch Martina Maas, Inhaberin der Friseursalons Freche Locke in Felsberg und Im Rippelshof in Gensungen mit vier Angestellten. Die Schließung war „schlichtweg eine Katastrophe“, schildert Maas. „Wir warten immer noch auf die Hilfen vom Frühjahrslockdown, das Geld wurde bisher nicht überwiesen.“ Doch Miete, Strom, Wasser, und ihre Mitarbeiter musste sie weiter bezahlen. „Ich glaube, wir hätten nicht öffnen dürfen, wenn wir uns nicht bemerkbar gemacht hätten“, sagt Maas. Sie sei sehr glücklich, wieder arbeiten zu können. Auch ihre Kunden seien sehr froh, dass sie die Haare wieder geschnitten bekommen. Maas hatte ihre Kunden selbst vor dem 1. März angerufen, um neue Termine zu vereinbaren. Sie hofft, dass sie ihre Salons kein weiteres Mal schließen muss. (cha/ddd/jul)

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