Jägerregiment beendet Afghanistaneinsatz – Oberst Schneider geht

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Gefährlicher Einsatz: Die 450 Soldaten, die in Afghanistan das Ausbildungs- und Schutzbataillon stellten, sind wieder Zuhause. Hier warten neue Aufgaben. Das Jägerregiment muss sich neu organisieren. Es wird bis 2015 in ein Bataillon umgewandelt.

Schwarzenborn. Nichts ist so beständig wie die Lageänderung, heißt es bei der Bundeswehr. Diese Erkenntnis bestätigt sich einmal mehr bei der Einheit in Schwarzenborn: Mit der Heimkehr der 450 Soldaten des Jägerregiments aus Afghanistan wird es einen Wechsel an der Spitze des Regiments geben.

Die Soldaten werden sich von ihrem Kommandeur verabschieden. Oberst Gunter Schneider wird zum 1. Oktober die Leitung des Gefechtsübungszentrums in Letzlingen (Sachsen-Anhalt) übernehmen.

Erst vor wenigen Tagen sind die letzten Soldaten des Regiments, das seit Anfang des Jahres den größten Teil des Ausbildungs- und Schutzbataillons in Mazar-I-Scharif stellte, wohlbehalten nach Hause gekommen. Der Kommandeur wie auch sein Stellvertreter, Oberstleutnant Thomas Geßner, die beide am Einsatz teilnahmen, ziehen eine positive Bilanz. Beide Offiziere sehen einen Teil ihres Auftrages erfüllt. Schwerpunkt des Einsatzes war es, afghanischen Kameraden der Streitkräfte und der Polizei als Partner und Berater zur Seite zu stehen. „Die Fähigkeiten der afghanischen Sicherheitskräfte haben zugenommen“, ist Schneider überzeugt.

Gunter Schneider

Während ein Großteil der Soldaten des Regiments mit der Einsatznachbereitung beschäftigt sein wird, rüstet sich die Truppe auf dem Knüllplateau nicht nur für die anstehende Bundeswehrreform. Auch einschneidende personelle Veränderungen in den Führungspositionen stehen bevor. Mehr als die Hälfte der Kompaniechefs werde das Regiment verlassen, erklärte Schneider. Sichtbare Zeichen für die Umstrukturierung gibt es bereits. Die 8. Batterie des Regiments wird bis zum Jahresende aufgelöst sein. Mit einem Appell am 10. Dezember wird das Jägerregiment der 21. Panzerbrigade Augustdorf unterstellt werden und damit zur 1. Panzerdivision zählen.

Bilder aus dem Einsatz

Jägerregiment beendet Afghanistaneinsatz

Spätestens bis zum zweiten Halbjahr 2015 soll die Umgliederung abgeschlossen sein. Dann wird aus dem Jägerregiment ein Jägerbataillon werden. An der personellen Stärke werde sich am Standort allerdings nicht ändern, versicherte Schneider. Die Knüllkaserne wird weiterhin 1000 Soldaten beherbergen. Im Prinzip brechen nur die Truppenteile weg, die bisher in Hammelburg stationiert waren.

Schneiders Nachfolger, der noch nicht benannt ist, wird der letzte Oberst sein, der die Truppe in Schwarzenborn führt. Denn an der Spitze des künftigen Jägerbataillons wird künftig der Dienstgrad eines Oberstleutnants stehen.

Gunter Schneider wird den Schwarzenbornern zum zweiten Male Ade sagen. Bereits 2006 war er Chef in der Knüllkaserne. Damals trug er die Verantwortung für die Soldaten des Panzergrenadierbataillons 152. Diese Einheit ging vor sechs Jahren im Jägerregiment auf. Er gehe „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, beschreibt der 48-Jährige seine Verbundenheit mit der Region.

Von Sylke Grede

• Regimentsappell am Donnerstag, 27. September.

Quelle: HNA

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