Vom Turnen bis zum modernen Streetdance: TSV Wenigenhasungen wird 90 Jahre alt

Erfolgreiche Faustballer: Die Faustballer waren neben den Turnern die ersten erfolgreichen Sportler des TSV. Unser Foto zeigt (oben von links) Walter Brixel, Wilfried Tietje, Karl-Heinz Schwarz, Otto Seuchter, Karl-Heinz Koch, Winfried Tripp, Heiner Schwarz und (unten von links) Hans-Georg Pflüger, Ernst Bettinghausen, Willi Jakob, Kurt Bulle sowie Werner Berger. Das Bild entstand um 1970, als die Faustballer bis in die Bezirksklasse vorrückten.

Wenigenhasungen. „Ein Verein wie der TSV lebt von ehrenamtlichem Engagement und der Übernahme von Verantwortung.“ So kommentiert der Vorsitzende des TSV Wenigenhasungen, Matthias Pflüger, das Erfolgsrezept seines Vereins im Jahr des 90-jährigen Bestehens.

Damit dies auch künftig so bleibt, werde der Blick im TSV weiter mit einem breiten Angebot an sportlichen Aktivitäten auf die junge Generation ausgerichtet sein.

Den aktuell 547 Wenigenhasunger Einwohnern stehen 413 TSV-Mitglieder gegenüber. Doch nicht alle Mitglieder sind auch Einwohner des Ortes, denn das Angebot des TSV hat auch Sportler aus den umliegenden Ortschaften und der Kernstadt angelockt.

Zur Historie: Als der Arbeiter-Turn- und Sportverein drei Jahre nach dem Ende des 1. Weltkriegs gegründet wurde, hatte Sport einen ganz anderen Stellenwert im dörflichen Leben. Damals ging es darum, Abwechslung in den normalen Tagesablauf als Landwirt und Handwerker zu bringen. Wesentliche Sparte des Sportvereins war das Turnen. Das blieb auch nach dem 2. Weltkrieg so. Ebenso wie die damalige Losung „Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei“, die ein Bestandteil des Vereinswappens blieb. Ein weiteres Relikt dieser Zeit: Das Turnerlied gehört noch heute zu jeder Veranstaltung des TSV und wird gerne von Ehrenmitglied Ernst Bettinghausen angestimmt.

Nach den Wirren des 2. Weltkriegs begann der TSV sehr schnell wieder mit sportlichen Aktivitäten. Der in diesen Jahren wohl bekannteste Sportler war der damalige Spitzenturner Raimund Philipp.

In dieser Zeit veränderte sich das Dorf durch den Zuzug von rund 200 Heimatvertriebenen. Auch das Sportangebot erweiterte sich über das Turnen auf andere Sportarten wie Faustball, Tischtennis, Fußball und Gymnastik. Höhepunkt dieser Entwicklung war der Bau einer vereinseigenen Sporthalle im Jahr 1956. Bis zum Bau der Erpetalschule im Jahr 1965 mit der neuen Sporthalle blieb die Turnhalle am Forst Mittelpunkt der sportlichen Aktivitäten. Besonders die Faustballer des TSV machten den Ort weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt. Nach einem nur kurzen Versuch, Badminton-Sport - damals noch Federball - im TSV einzuführen, haben Ernst Bettinghausen, Helwig Viereck, Günter Strauch und Heinrich Brustmeier 1964 den Tischtennissport eingebracht und bis heute zur größten Sparte werden lassen.

In jüngster Zeit sind vor allem die Tänzerinnen der Abteilung „Street Dance“ zu einem weiteren Aushängeschild des TSV geworden. Die Teilnahme am Wolfhager Musical „Hin und Weg“ und ein kleiner Fernsehauftritt im HR waren die Höhepunkte der jungen Sparte.

Geprägt wurde der TSV von seinen Vorsitzenden: August Pflüger (34 Jahre Vorstand), Hans Georg Pflüger (9 Jahre), Gerd Meyer (5 Jahre) und Arnold Bettinghausen (13 Jahre). Seit 2011 ist Matthias Pflüger Vorsitzender. (zbv)

Quelle: HNA

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