200 Gäste bestaunten Aufführung der Ohetalschule-Theater-AG

Turnhalle wurde Gruft

Vergebliches Angstmachen: Larissa Schmidt (15) aus Schellbach als Schlossgespenst und Angelika Rein (11) aus Waltersbrück als Tochter Daisy Otis. Foto: Grob

Verna. Bei der Schulaufführung an der Ohetalschule Verna ging es schaurig zu. Wenig erinnerte die etwa 200 Zuschauer daran, dass sie sich in der Turnhalle der Schule befanden. Stattdessen hatten sie sich in ein düsteres Gemäuer begeben, in dem die Wände mit Fledermäusen und schwarzen Katzen dekoriert waren. In der einstündigen Aufführung von Oscar Wildes „Das Gespenst von Canterville“ begeisterten die zehn Schauspielerinnen der Theater-AG das Publikum.

Das Stück handelt von der amerikanischen Familie Otis, die trotz Warnungen des alten Schlossherren das Schloss Canterville kauft. Dem dort spukenden Gespenst gelingt es allerdings nicht, die Familie zu erschrecken. Im Gegenteil: Die Eltern bitten den untoten Mitbewohner nachts leise zu sein, er sei schließlich nicht allein im Haus.

Keiner hat Angst

Auch die Kinder fürchten sich nicht. Sie spannen Schnüre, über die das Gespenst fällt, und bewerfen es mit Kissen. Schließlich wird das verzweifelte Gespenst von einer der Töchter erlöst und kann in Frieden ruhen.

Aufführungen dieser Art finden an der Ohetalschule einmal im Jahr statt. Verantwortlich ist die Theater-AG, der vor allem Schüler aus den sechsten und siebten Klassen angehören. Sie wählen zu Beginn des Schuljahres aus mehreren Vorschlägen ein Stück aus, das sie dann mehrere Monate einstudieren.

Schultheater feste Institution

„Bevor wir das Stück proben, machen wir in der AG Spiele und Atemübungen“, sagte Larissa Schmidt aus Schellbach, die schon mehrmals mitgespielt hat. Die Entwicklung des Stücks ist ein kreativer Prozess, bei dem die Schüler eigene Ideen einbringen und mitgestalten.

„Vor Publikum zu stehen, bringt ihnen einen gewaltigen Schub für das Selbstwertgefühl“, sagt Schulleiterin Ingred Eckhardt, die die Theater-AG seit zehn Jahren betreut. Auch schüchterne Schüler würden ermutigt, an der AG teilzunehmen.

Damit die insgesamt drei Aufführungen in diesem Jahr ein Erfolg werden, haben alle mit angepackt: Das Cafeteria-Team schmierte Brötchen für die Probe, die Möbel des Spukschlosses stellte Sekretärin Bianca Schmidt zur Verfügung und der Hausverwalter Heinz-Dieter Müllers hat Bühne und Bühnenbild in Eigenregie gestaltet und aufgebaut.

Nach der Aufführung wurden die Schüler und Eltern im Publikum mit Fackeln zum Roten Haus geleitet, wo sich jeder an einem Gruselbüfett stärken konnte. (bf)

Von Daniel Grob

Quelle: HNA

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