Junger Mann ist 20 Jahre alt

Typisierungsaktion in Fritzlar: Eine Chance für Dominik

Sie hoffen, dass viele ihrem Aufruf folgen und sich am Samstag typisieren lassen: Doris Triebfürst, Stephan Triebfürst und Ursula Wenzel (von links). Foto: Laumann

Fritzlar. Es ist Donnerstag, 30. April, als Dominik Triebfürsts Leben aus den Fugen gerät. Bei einer Routineuntersuchung in der Uniklinik Marburg stellen Ärzte die Diagnose Blutkrebs.

Für die Familie ist es ein Schock. „Da ist eine Welt zusammengebrochen", sagt Mutter Doris Triebfürst. „Man kommt selber gar nicht klar, fragt sich, wie es weitergehen soll." Dabei hatte Dominik Triebfürst immer ganz konkrete Vorstellungen von seinem Leben.

Wie andere junge Erwachsene hat er Pläne und Träume. Er möchte seinen Führerschein machen und eine Lehre zum Garten- und Landschaftsbauer absolvieren. Er will die Hephata Werkstätten in Schwalmstadt verlassen und es auf den ersten Arbeitsmarkt schaffen. Seine Eltern Doris und Stephan sind stolz auf ihren Sohn, der in einer Wohngruppe in Borken lebt. „Was er alles geschafft hat“, sagt Doris Triebfürst und erinnert an seine wöchentlichen Touren zum Wochenmarkt.

Dominik Triebfürst ist 13 Jahre alt, als er sich überlegt, was er alles zu Geld machen kann. Der Junge durchforstet den Familienhaushalt und öffnet auf dem Wochenmarkt in Fritzlar einen Flohmarktstand. Schnell verdient er den ein oder anderen Euro.

Tipps von den Profis

Unterstützung bekommt er von den Marktbeschickern. Sie geben ihm Tipps, wie er seine Waren etikettiert oder richtig präsentiert. Dominik macht der Verkauf Freude, er ist fast jeden Samstag auf dem Marktplatz, gehört fest zum Inventar. „Er nimmt einen Stuhl und eine Wolldecke mit, damit es warm ist“, erklärt seine Mutter das Ritual. Doch das alles geht im Moment nicht.

Der 20-Jährige liegt in der Klinik, muss sich einer Chemotherapie unterziehen. „Er geht gut damit um“, sagt Doris Triebfürst. Er müsse da jetzt durch, sage er immer wieder. An Aufgeben denkt er nicht. Aufgeben will auch die Familie nicht. Nachdem klar ist, dass kein Verwandter als Stammzellenspender in Frage kommt, fasst sich Ursula Wenzel ein Herz. Sie ist eine Freundin der Familie und stellt binnen drei Wochen eine Typisierungsaktion auf die Beine. Für sie ist das eine Selbstverständlichkeit. „Wir haben uns schon immer geholfen, sei es beim Tapezieren oder beim Umzug. Dafür sind Freunde da“, erklärt Stephan Triebfürst.

Wenzel „handelt mit dem Herzen“, organisiert zusammen mit weiteren Unterstützern einen Raum und trommelt die 25 Helfer zusammen. Auch für einen Imbiss sorgt sie. Wenzel hofft, dass sich am Samstag viele typisieren lassen und so für Dominik Triebfürst und viele weitere Erkrankte Spender gefunden werden. „Die Chance ist gering, aber sie ist da“, gibt Stephan Triebfürst die Hoffnung nicht auf.

• Registrierung: Samstag, 13. Juni, von 11 bis 16 Uhr im Stiftssaal Alte Waage am Domplatz in Fritzlar.

Quelle: HNA

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