Typisierungsaktion in Gudensberg für Baby Amalia geplant

Erst wenige Wochen alt: Amalia Uder aus dem südniedersächsischen Eichsfeld. Sie ist an Blutkrebs erkrankt und benötigt dringend eine Stammzellspende. Foto: privat

Gudensberg. Vor dreieinhalb Jahren war es der kleine Maxi, der dringend Hilfe benötigte, weil er an Leukämie erkrankt war. Die Allgemeinmedizinerin Birgit Schill zögerte damals nicht lange und rief eine Spenden- und Typisierungsaktion in ihrer Gudensberger Praxis ins Leben.

Jetzt wird die Ärztin wieder aktiv, denn es geht um Amalia, gerade mal 14 Wochen alt. Sie leidet an lebensbedrohlichem Blutkrebs. Nur eine Stammzellspende kann sie retten.

„Der passende Spender wurde noch nicht gefunden“, sagt Birgit Schill, trotz der zigtausendfachen Daten von potenziellen Stammzellspendern, die inzwischen in der Deutschen Knochenmarkspender-Datei (DKMS) registriert sind. Wer als Spender infrage kommen wolle, müsse ganz genau passen – und diesen passenden Spender gelte es zu finden.

Wie im September 2010 hofft Birgit Schill auf die Hilfsbereitschaft der Menschen in der Region. Damals kamen an zwei Terminen mehr als 400 Freiwillige in ihre Praxis und ließen sich ein wenig Blut abnehmen. Dieses Blut wird untersucht („typisiert“), die Daten in der Spenderdatei festgehalten.

Sollten sie zu einem erkrankten Menschen passen, käme der Typisierte als Spender infrage (siehe Hintergrund).

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Zwei Termine für die Typisierung in der Praxis Schill in der Hintergasse 2 in Gudensberg wird es geben: am Samstag, 15. Februar, von 10 bis 15 Uhr, und am Montag, 17. Februar, von 17 bis 20 Uhr. Die Schirmherrschaft der Typisierungsaktion hat die DKMS übernommen. Gerne können sich auch Gruppen und Vereine für die Typisierung anmelden, Informationen unter Tel. 05603/4485.

DKMS-Mitarbeiter werden am 15. Februar vor Ort sein und den Praxis-Mitarbeiterinnen beim Blutabnehmen helfen. Beim Montag-Termin wird kein Blut abgenommen, dann entnimmt man lediglich Speichel mit einem Wattestäbchen. Auch damit kann typisiert werden.

Birgit Schill hofft auf viele Freiwillige, die sich typisieren lassen: „Wir können auf keinen einzigen verzichten. Er könnte schließlich Amalias Lebensretter werden“, sagt sie. Sie selbst gehöre zu den Typisierten der ersten Stunde, ihre Stammzell-Daten liegen seit vielen Jahren in der DKMS vor.

Aber auch wer sich nicht typisieren lassen möchte oder kann, weil er vielleicht zu alt ist, hat die Möglichkeit zu helfen. Jede Typisierung kostet 50 Euro, Geldspenden sind also sehr gern gesehen. 2010 kamen auch mehrere größere Spenden bei der DKMS an, etwa von der VR-Bank Schwalm-Eder und den Rotariern Fritzlar/Bad Wildungen.

Die Veranstalter freuen sich über jede Zuwendung. Spenden: DKMS, Spendenkonto Nr. 48837115, BLZ 513 900 00.

Von Ulrike Lange-Michael

Video: So registrieren Sie sich bei der Knochenmarkspenderdatei

Quelle: HNA

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