Diagnose Blutkrebs

Typisierungsaktion soll das Leben von Reiner Krannich retten

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Typisierungsaktion soll das Leben von Reiner Krannich retten

Sondheim. Reiner Krannich aus Sondheim hat schon viel gesehen: Der 64-jährige Polizist im Ruhestand kann einiges einstecken. So wirkt er auch jetzt gefasst – trotz der Diagnose Blutkrebs, die er vor einigen Monaten bekam.

Kurz vor Weihnachten stellten die Ärzte die lebensbedrohliche Krankheit bei ihm fest, es folgte eine langwierige Chemotherapie. Doch nur eine Knochenmarksspende kann ihn endgültig gesund machen.

Seine Freunde von der Feuerwehr Homberg wollen helfen: Sie planen für Freitag, 3. Mai, eine Typisierungsaktion in der Homberger Stadthalle.

Die Leukämie kam völlig überraschend. Nach einer Grippe fühlte sich der Sondheimer im späten Herbst wochenlang schlapp. Spezialisten im Kasseler Klinikum stellten die Krankheit fest.

Eile war geboten: Die Zahl der weißen Blutkörperchen war so extrem hoch, dass die Therapie noch am selben Tag beginnen sollte. Nicht einmal nach Hause sollte Krannich noch fahren.

Da er aber daheim auch seine 91-jährige Mutter versorgt, kehrte er doch erst noch einmal nach Sondheim zurück, um das Nötigste zu organisieren.

„Damals dachte ich, dass es das wohl gewesen sei“, sagt der 64-Jährige. „Erst nach und nach habe ich wieder Hoffnung geschöpft.“ Heute sitzt der Sondheimer in seiner Küche vor einem Stapel Medikamente, die vor allem dafür sorgen sollen, dass er sich nicht mit Krankheiten infiziert. Seine Abwehrkräfte sind geschwächt, jede Krankheit kann ihm gefährlich werden.

Auch wenn er 30 Kilo abgenommen hat, geht es ihm zurzeit doch – den Umständen entsprechend – gut. Dennoch braucht Reiner Krannich dringend eine Knochenmarkspende. Da er einen Bluttyp hat, der oft vorkommt, habe ihm der Arzt Hoffnungen gemacht, dass er einen Spender finden würde.

Seine drei Kinder und auch die Geschwister sind längst getestet, doch keiner von ihnen kommt in Frage. Nun sucht das Transplantationszentrum unter den bislang registrierten Knochenmarkspendern. Das Bangen und Warten geht also weiter.

„Ich will das positiv sehen, das kommt schon hin“, sagt der Sondheimer optimistisch. Seine Kinder, seine Familie und die Freunde aus dem Dorf unterstützen ihn. Reiner Krannich war jahrelang Wehrführer im Ort und ist noch heute bei der Feuerwehr. Über deren Hilfs- und Spendeaktion, bei der auch die Polizei und die Fußballer mit im Boot sein, ist Krannich gerührt:

„Ich hätte nie gedacht, dass so viele Menschen an meinem Schicksal teil nehmen“, sagt er. Die Helfer wollen vor allem eines – ihm mit der geplanten Aktion Kraft geben.

Von Christine Thiery

Hintergrund

Große Spendenaktion am 3. Mai

Die Homberger Feuerwehren wollen helfen. Daher haben sie für Freitag, 3. Mai, von 12 bis 19.45 Uhr in Verbindung mit einer Blutspendeaktion eine Typisierungsaktion in der Stadthalle in Homberg organisiert.

Um die Gewebemerkmale bestimmen zu können, werden sechs Milliliter Blut benötigt. Alle Menschen zwischen 18 und 55 Jahren können sich typisieren lassen. Wer bereits getestet ist, muss das nicht ein zweites Mal prüfen lassen.

Die Aktion wird von der Deutschen Stammzellspenderdatei Rhein Main des DRK-Blutspendedienst unterstützt und ausschließlich durch Spendengelder finanziert. Die Laborkosten jeder einzelnen Typisierung betragen 50 Euro, für die die Feuerwehren dringend Spenden benötigt. (bra)

Quelle: HNA

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