Alle wollen Reiner helfen

Große Typisierungsaktion für Homberger

Homberg. Die Stimmung in der Homberger Stadthalle erinnerte an ein Volksfest: Bei der Typisierungsaktion der Homberger Feuerwehren und der Polizei zugunsten des an Blutkrebs erkrankten Reiner Krannich waren die Menschen hochmotiviert.

Halb Homberg und ganz Sondheim schien am Freitag auf den Beinen zu sein, als es darum ging, einen Stammzellenspender für den 64-jährigen Sondheimer zu finden. Mehr als 100 Helfer aus den Reihen von Polizei, Feuerwehr, Fußballern, und Freunden waren im Einsatz, um dem Ansturm gerecht zu werden. Der ließ nicht lange auf sich warten: Schon eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn um 12 Uhr standen die ersten Menschen vor der Stadthalle.

„Das ist super!“, strahlte Hombergs Stadtbrandinspektor Jörg Rohde am Mittag. Und auch Bodo Fäcke, Homberger Ortsgruppenleiter des DRK, wunderte das nicht: „Reiner Krannich ist in so vielen Vereinen engagiert – da ist es vielen Menschen einfach ein Bedürfnis, ihm zu helfen.“

Dieses Bedürfnis ging quer durch alle Altersgruppen und durch den Landkreis: Pascal Erb aus Sondheim (19) war ebenso dabei wie Marcin Kurz (29) aus Frielendorf, Thomas Löwer (37) aus Homberg oder Philip Harring (26) aus Edermünde. Sie alle sind Feuerwehrleute oder Fußballer. Und sie alle wollten dazu beitragen, Reiner Krannich das zu geben, was er jetzt am meisten braucht: Hoffnung.

Lange anstehen musste gestern niemand: Andrea Lautenschläger und Ruben Römer von der Deutschen Stammzellspenderdatei aus Frankfurt, die das Material für die Aktion gestellt hatte, waren von der guten Organisation der Aktion beeindruckt. Die lag bei den Feuerwehren der Kreisstadt in guten Händen. Die Fäden liefen bei Wolfgang Köhler zusammen, der sich zu keinem Zeitpunkt Sorgen darüber machen musste, dass er keine Helfer finden würde. Köhler wurde vom großen Einsatzwillen der Brandschützer und Polizisten geradezu überrannt und überrascht.

Überrascht waren dann auch die, die den Piks in die Ellenbeuge hinter sich hatten, denn sie konnten sich in der Cafeteria im 1. Stock an einem geradezu sensationellen Büffet stärken: Ungezählte Helferinnen hatten Dutzende von Kuchen gebacken und Berge von Brötchen belegt. Die Motivation, dem kranken Sondheimer zu helfen, hatte gestern viele Gesichter.

Und mindestens genauso viele private und gewerbliche Unterstützer: B.Braun aus Melsungen beispielsweise hatte die Teilnahme an der Aktion seinen Auszubildenden ans Herz gelegt und ihnen die Fahrt nach Homberg ermöglicht – während der Arbeitszeit. Zudem übernahm B.Braun auch die Kosten für ihre Typisierung.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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