Trialfahrer zeigten Kabinettstücke am Lenkrad

Über Felsen und Steine

Melsungen. Konzentrierte Blicke, angespannte Körper: Elegant sprangen die Trialfahrer von einem Stein zum nächsten. Beim Hessencup im Lindenwäldchen in Melsungen standen sie inmitten von Felsen, Steinen und Bäumen auf den Pedalen ihrer Räder an Abhängen und balancierten, um nicht abzustürzen.

Jeder, der Lust hatte, durfte am Wochenende sein Können auf die Probe stellen – egal ob Anfänger oder Profi.

Über längere Strecken wird beim Trial nur selten gefahren, viel mehr gehüpft. Innerhalb von wenigen Minuten muss ein Parcours möglichst fehlerfrei durchquert werden. Das heißt bestenfalls, von Anfang bis Ende nicht einmal mit den Füßen den Boden berühren. Ist das nicht der Fall, erhält der Fahrer pro Fehler einen Strafpunkt. Das verlangt den Fahrern alles ab: „Es ist ein Zusammenspiel aus Gleichgewicht, Konzentration und vielen weiteren Faktoren“, erklärte Wolfgang Wenzel (Fahrer Bikes in Motion).

Hannes Herrmann ist ein solcher Fahrer, dem beim Trial fast alles gelingt. Der amtierende Deutsche Meister bereitet sich derzeit auf die Weltmeisterschaft in Südafrika vor. In Melsungen probierte sich Herrmann aus: „Ich habe ein paar meiner neuen Tricks angewendet. Zwar waren noch Fehler dabei, aber das ist normal.“ Seine Klasse ließ er trotzdem aufblitzen. Vor allem junge Fahrer konnten sich von ihm einiges abschauen.

Lukas Hoppe (Team Bikes in Motion/ASC) hatte sich nicht speziell auf diesen Tag eingestellt: „Jeder Wettkampf ist individuell“, sagte er. Mittlerweile ist er nicht einmal mehr aufgeregt vor solchen Veranstaltungen. Zu routiniert ist er nach seinen etlichen Teilnahmen bei Wettkämpfen. Nur vor dem Start, da kribbele es noch ein wenig, fügte er hinzu.

Den Anspruch habe man diesmal bewusst etwas erhöht: „Die vielen Kinder und Jugendlichen wachsen mit ihren Aufgaben“, sagte Alexandra Hoppe vom Organisationsteam.

Bilder vom Wettbewerb

Trialwettbewerb: Hessencup im Lindenwäldchen

Der jüngste Fahrer war gerade einmal zwei Jahre alt. Mit seinem Laufrad lernte Florentin Rebmann auf einem kindergerechten Parcours den Sport kennen, den die Familie gemeinsam betreibt. Denn seine Brüder Morino (5) und Laurin (6) sind auch begeisterte Trialfahrer: „Wir wollen auch den ganz jungen Kindern Freude am Fahren ermöglichen, sagte Alexandra Hoppe. Mit einem breiten Lächeln fuhr der zweijährige Florentin seinen ersten Parcours. Der Spaß am Fahren war ihm jedenfalls anzumerken.

Von Lars Becker

Quelle: HNA

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