Liedermacher Michael Fitz traf im Cinema-Kino den Nerv des Publikums

Über Männer und Gefühle

Sechs Gitarren und viel Gefühl: Michael Fitz gab im Wolfhager Einblick in die Befindlichkeiten von Männern. Foto: Sommerlade

WOLFHAGEN. „Griaß Gott. Pardon: Grüß Gott.“ Bereits beim ersten Satz des Abends hat Michael Fitz das Publikum im Wolfhager Kino in seinen Bann gezogen. Die Gäste im ausverkauften Kino lachen über den prompten Übersetzungsversuch des Künstlers, der wohl den meisten als ehemaliger Tatort-Kommissar Carlo Menziger bekannt ist. Gleich darauf hängen sie wieder erwartungsfroh an seinen Lippen. Und das, obwohl er noch gar nichts von seinem musikalischen Programm „Ans Liacht“ zum Besten gegeben hat.

Kein Zweifel, der Liedermacher versteht es auch so, sein Publikum bestens zu unterhalten. Sympathisch, authentisch und nahbar kommt er rüber, als er gleich nach dem Betreten der kleinen Bühne munter drauf los plaudert. Über das ungewohnte und dennoch gute Gefühl, in einem Kino zu spielen. „Hier ist es so lauschig, plüschig, einfach nur schön.“ Über seine bis auf wenige Ausnahmen durchweg guten Geographiekenntnisse: „Ich geb’s zu. Wolfhagen war mir bisher kein Begriff.“ Und natürlich über sein neues Programm, in dem es über die unterschiedlichen Gefühle und Befindlichkeiten von Männern geht. „Also, die haben welche. Des is sicher“, stellt er klar.

Mal laut, mal leise

Und das Gute daran sei, dass er dafür gar nicht lange recherieren musste. „Da schöpf ich einfach aus mir selbst“, verrät er leise, während seine Finger bereits über die Gitarrensaiten gleiten und er „Der Besuach“ anstimmt.

Mit geschlossenen Augen, offenem Hemdkragen, sechs unterschiedlichen Gitarren und viel Gefühl präsentiert er zwei Stunden lang seine Songs über Wut, Angst, Glück oder Schmerz von Männern. Ob bei der zweideutigen Betrachtung von zu großen Brocken im Mund beim Lied „Beißen und Kauen“, der eigenen Verletzlichkeit im Song „Nackert“ oder dem eindringlichen Appell im gleichnamigen Lied „Lass ned los“- zu dem Ausflug in die Männergefühlswelt lassen sich die Wolfhager Zuhörer ganz offensichtlich gern mitnehmen.

Die manchmal lauten und leidenschaftlichen, mal aber auch leisen und emotional vorgetragenen Töne treffen den Nerv des Publikums. Was der Schauspieler, Songschreiber und Gitarrist in über zwei Stunden und in der typischen bayrischen Mundart über sich und das Leben im Allgemeinen zu singen und zu sagen hat, honorieren die Gäste mit lautem und lang anhaltendem Applaus.

Von Martina Sommerlade

Quelle: HNA

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