Überall ein Eis essen: Der Homberger Angelo Bressan fährt mit dem Fahrrad nach Israel

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Homberg. Sein Rucksack ist gepackt, das Fahrrad startklar. Angelo Bressan hat sich einige Monate auf den heutigen Tag vorbereitet. Er fährt mit dem Rad nach Jerusalem. Heute geht es los und in vier Wochen will er 5500 Kilometer bis nach Israel zurücklegen.

Im Oktober vergangenen Jahres hat sich der Eisdielen-Besitzer mit seinem Radfahrer-Kollegen Meinhard Rediske aus Marburg für die Tour entschieden. Über eine Anzeige in einer Radfahrer-Zeitschrift stieß auch Jens Bäcker aus Dortmund zu ihnen. 

Von Homberg soll es über Österreich, Rumänien, Bulgarien in die Türkei gehen und von dort über Syrien nach Israel. Zwölf Stunden am Tag wollen sie strampeln und bis zu 250 Kilometer zurücklegen. Abends kehren sie dann aber nicht in ein schönes Hotel ein. "Wir wollen in Klöstern, auf Höfen oder bei gastfreundlichen Familien übernachten", sagt Bressan.

Einen Schlafsack haben sie dabei. Kein Luxus, keine Hotels. Die Reise soll so einfach wie möglich sein. "Man kann auch mit ganz wenig auskommen", sagt der 50-Jährige. Ihnen gehe es darum, viel bei der Reise zu sehen, die Natur zu erleben und vor allem die Menschen in den Ländern besser kennen zu lernen. Dafür hat Bressan seit Monaten Reiseführer gelesen und sich über alle Länder informiert. Auch Landkarten haben sie für jeden Tag angefertigt. "Ein Navi haben wir nur für den Notfall dabei, wenn wir in den arabischen Ländern keine Schilder lesen können," berichtet er. Zwölf Kilogramm wiegt sein Gepäck.

Das nötigste hat er dabei: Zwei T-Shirts, eine Trekkinghose, zwei Unterhosen, ein kleines Waschmittel, Zahnbürste, ein paar Medikamente. Auch die nötigsten Werkzeuge und Ersatzteile hat er dabei, falls einmal etwas am Rad kaputt geht. In der Türkei, etwa auf der Hälfte der Strecke, haben sie bei einer Poststation auch größere Ersatzteile gelagert.

Seine Familie werde er besonders vermissen. Während er mit dem Rad unterwegs ist, werden sich seine Frau und sein Sohn um die Eisdiele an der Ziegenhainer Straße kümmern. Ein Bild von seinen Liebsten habe er aber nicht dabei. "Ich habe sie ja immer in meinem Kopf überall dabei", sagt er. Die Vorfreude ist groß. Manchmal überkämen ihn Zweifel und etwas Angst, ob alles gut gehe bei der Reise. Aber die Vorfreude überwiege.

Er freut sich vor allem auf Troja, den Jordan und Jerusalem. Aber er freut sich auch auf die Angelo-Stunde. "Das ist die Stunde, wenn die Sonne untergeht und alles so schön aussieht", sagt Bressan. Seine Freunde benannten die Stunde des Sonnenuntergangs nach ihm, weil er immer so davon schwärmte. Und einen Wunsch hat er für die Reise: Er möchte an jeder Eisdiele, an der sie vorbeifahren, ein Eis probieren. "Aber wenn wir überall stehen bleiben, dann werden meine Kollegen schimpfen", sagt der Italiener und lacht. (bas)

Quelle: HNA

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