Überfall für zehn Euro: Raub und Körperverletzung in Treysa

Treysa. Wegen gemeinschaftlichen Raubes und Körperverletzung musste sich vor kurzem ein 25-jähriger Mann aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Schöffengericht in Treysa verantworten. Zurzeit verbüßt der Mann eine Haftstrafe in Wiesbaden.

Begleitet von zwei bewaffneten Justizvollzugsbeamten und mit Handschellen gefesselt verfolgte er relativ teilnahmslos die knapp zweistündige Gerichtsverhandlung. Sein Komplize wurde für die Tat bereits im vergangenen Jahr verurteilt.

Laut Staatsanwaltschaft Marburg soll der 25-Jährige bereits im Januar 2013 gemeinsam mit einem Komplizen in Treysa zwei Studenten hinterrücks überfallen, geschlagen, verletzt und ausgeraubt haben. Bei dem Überfall erbeuteten die beiden Räuber zehn Euro und einen Dollar.

Der Angeklagte gab die ihm vorgeworfene Tat ohne Umschweife zu: Nach beträchtlichem Alkohol und Drogenkonsum seien er, sein damaliger Kumpel und eine Freundin noch einmal losgezogen. Beim Rewe in Treysa habe man dann die zwei jungen Männer gesehen. Sein Freund sei bei dem Überfall die treibende Kraft gewesen. „Ich habe ihm zweimal gesagt, dass die nix haben. Er hat mich dazu gedrängt, und dann haben wir es doch gemacht“, sagte der 25-jährige Mann.

Er habe einen der jungen Männer mit dem Gesicht nach vorne auf den Boden gedrückt und die Gesäßtasche nach dem Geldbeutel durchsucht, aber nichts gefunden. Sein Kumpel habe dem anderem Opfer Geld abgenommen und dann wären beide geflüchtet, erzählte der Häftling.

Laut Gericht endete die Flucht des Komplizen vor der Polizei bereits kurz nach der Tat in einer Sackgasse. Der Angeklagte konnte zunächst fliehen, wurde aber später ermittelt und festgenommen.

Schnell wurde klar, dass der 25-Jährige den Raubüberfall wohl auch zur Finanzierung seiner Drogensucht begangen hatte. Laut eigener Aussage benötigte er damals am Tag drei Gramm Heroin im Wert von 150 Euro. Die beiden Opfer der Gewalttat schilderten noch einmal authentisch die Geschehnisse der Tatnacht. Auf dem Nachhauseweg von einem Kneipenabend hätten sie die beiden Täter zwar bemerkt, aber sich nichts Böses dabei gedacht: „Wir dachten, die wollten auch nach Hause.“

Bis heute haben die zwei Opfer mit psychischen Folgen zu kämpfen. Man sei ängstlicher und vorsichtiger geworden, sagte einer der jungen Männer und sein Freund ergänzte: „Ich muss mich nachts draußen dreimal umdrehen, um mich sicher zu fühlen.“

Während der Verteidiger für seinen Mandanten ein mildes Urteil forderte, hielten Staatsanwalt und Nebenkläger für den mehrfach vorbestraften Mann eine Haftstrafe von drei Jahren und die Unterbringung in einer Entzugsanstalt für Tat- und schuldangemessen. Diesem Antrag folgte der Richter auch.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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